Die mörderische Zerstörung in Afghanistan hat unter Trump einen neuen Höhepunkt erreicht. Die UNO zählt 31 Prozent mehr getötete ZivilistInnen als im Vorjahr. Und auch Deutschland beteiligt sich am Krieg in Afghanistan.

Seit fast 19 Jahren sind US-amerikanische Truppen in Afghanistan. Der amerikanische Präsident Donald Trump verkündet nun schon seit Langem, dass es Zeit sei, „dass unsere Truppen wieder nach Hause kommen“ (eng. It‘s time for our troops to come back home). Von dem Plan, die SoldatInnen abzuziehen, kriegt man in Afghanistan jedoch nichts mit. Im Gegenteil: Im letzten Jahr wurden so viele Angriffe geflogen wie seit 10 Jahren nicht mehr.

7.423 Bomben in einem Jahr

Die US-amerikanische Luftwaffe feuerte im vergangen Jahr eigenen Angaben zufolge 7.423 Bomben über Afghanistan ab – im Durchschnitt also rund 20 Bomben pro Tag. Diese hohe Zahl stellt einen enormen Anstieg dar, selbst wenn man berücksichtigt, dass schon vor Trump die Anzahl der abgefeuerten Bomben konstant auf hohem Niveau war und sich seit 2015 stetig erhöhte. Der neuerliche Anstieg ist dadurch zu erklären, dass in den letzten Jahren einige Beschränkungen für Luftangriffe zurückgenommen wurden. Unweigerlich führte diese Rücknahme zu einem Anstieg an zivilen Opfern.

So verzeichnete die UNO im letzten Jahr einen Anstieg der zivilen Opferzahlen von 31% im Vergleich zum Vorjahr. Allein im ersten Halbjahr 2019 wurden 717 ZivilistInnen ermordet. Trotzdem gibt es in letzter Zeit Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den Taliban – deren Vorläufer vor vielen Jahren durch die USA ausgebildet und bewaffnet wurden – und den westlichen Staaten. Trump bekräftigte, dass die USA ihre Truppenstärke auf rund 8.600 reduzieren wolle. Derzeit beläuft sie sich auf 12.000 bis 13.000 SoldatInnen.

Auch Deutschland beteiligt sich am Krieg gegen Afghanistan

Momentan dürfen bis zu 1.300 deutsche SoldatInnen in Afghanistan stationiert werden. Über die Kosten des Einsatzes für die deutschen SteuerzahlerInnen finden sich sehr unterschiedliche Angaben. Das Deutsche Institut der Wirtschaft (DIW) rechnet bei einem Truppenabzug in diesem Jahr mit Kosten in Höhe von rund 73 Milliarden Euro für den gesamten Einsatz.