Der rechte Terror darf uns wütend machen, er darf uns traurig machen, doch er darf uns nicht überraschen. Niemand soll sagen, es hätte keine Anzeichen dafür gegeben oder es handele sich um einzelne Spinner oder Verrückte. – Ein Kommentar von Kevin Hoffmann

Immer wieder wird gesagt, so etwas darf nie wieder passieren, und auch nach dem blutigen faschistischen Massaker in Hanau haben PolitikerInnen aus allen Parteien nicht an dieser Floskel gespart. Und doch nennt kaum eine/r von ihnen die sozialen und politischen Ursachen des Terrors und wie sie ihn immer wieder reproduzieren. Es liegt letztendlich an uns, das „nie wieder“ umzusetzen.

Richtet sich der rechte Terror gegen uns alle?

Immer wieder betonen PolitikerInnen nun, dass der rechte Terror ein Angriff auf uns alle sei, ein Angriff auf die „Demokratie“. Doch stimmt das? Nein! Dieser Terror richtet sich in erster Linie gegen all die Menschen, die nicht in das faschistische Weltbild der TäterInnen passen. MigrantInnen, Menschen muslimischen und jüdischen Glaubens, AntifaschistInnen, JournalistInnen und PolitikerInnen, die auf ihre faschistischen Umtriebe aufmerksam machen. Er richtet sich sicher nicht gegen die Millionen AfD-WählerInnen und ebenso wenig gegen die Herrschenden in diesem Land.

Was sich jedoch gegen uns alle richtet, sind die den Terror begleitenden Aufrüstungsmaßnahmen des deutschen Polizeiapparats und die immer weiter zunehmenden Aushöhlungen und Einschränkungen unserer Grundrechte. Dagegen müssen wir uns gemeinsam zur Wehr setzen.

Alle zusammen gegen den Faschismus?

Auf den unzähligen Demonstrationen und Kundgebungen, die nun in ganz Deutschland stattfinden und an denen sich Zehntausende beteiligen, ist immer wieder die Parole „Alle zusammen gegen den Faschismus“ zu hören. Sicher es ist richtig, dass wir mit allen ehrlichen AntifaschistInnen gemeinsam gegen den Faschismus demonstrieren und kämpfen wollen, doch dazu gehören eben nicht „alle“.

Können wir gemeinsam mit Parteien wie CDU/CSU und FDP, die sich einmal mehr zum Steigbügelhalter des Faschismus machen und deren Reihen seit ihrer Gründung mit ehemaligen NSDAP-Mitgliedern gefüllt sind, gegen den Faschismus kämpfen? Können wir es gemeinsam mit SPD und Grünen, die für die Agenda 2010 und gemeinsam mit den anderen Parteien für immer größere Altersarmut und Sozialabbau verantwortlich sind und damit unzählige ArbeiterInnen in die Arme der Faschisten treiben? Nein, so kann kein antifaschistischer Kampf geführt werden!

Wir müssen uns selbst organisieren!

Vielmehr gilt es für uns endlich aufzuwachen. Wir müssen uns von den institutionellen Fesseln befreien und uns selber organisieren und aktiv werden. Warten wir nicht mehr darauf, dass irgendwelche StellvertreterInnen in Politik oder Sozialarbeit unsere Probleme vermeintlich lösen.

Organisieren wir uns jetzt gemeinsam und solidarisch in Stadtteil, Schule, Uni und Betrieb! Kommen wir zusammen mit Menschen, die die selben Probleme wie wir haben, und bilden wir gemeinsam solidarische Netzwerke! Lasst uns auf unsere NachbarInnen, FreundInnen und Klassengeschwister achten und uns selber gegen Angriffe und den alltäglichen Terror faschistischer und krimineller Banden und zunehmender Polizeigewalt zur Wehr setzen!