Die zwei Besetzerinnen wurden nach mehreren Stunden von den Bäumen runtergeholt. Damit verzögerte sich der Zeitplan der Rodung nur ein wenig.

Am Freitag besetzten zwei Aktivistinnen der Gruppe „Baumpiratinnen“ einen Teil  des Kiefernwaldes in Grünheide. Die Aktivistinnen kletterten sechs bis acht Meter hoch auf die Bäume und sicherten sich mit Seilen ab. Dabei kam es zu einer Verschiebung der geplanten Sprengung von drei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, die auf dem zukünftigen Gelände der Tesla Fabrik entdeckt wurden, um fast drei Stunden.

Die Aktivistinnen waren schon am Montag auf die Bäume geklettert, wonach sie von der Polizei mit erheblichem Aufwand geräumt wurden. Gegen beide wurden nun Anzeige wegen Hausfriedensbruchs aufgenommen. In der vergangenen Woche wurden bereits die Klagen von zwei Umweltgruppen gegen die Rodung vom Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg abgewiesen.

Maßgebliche Argumente der WaldschützerInnen sind, dass die Rodung stattfinde, ohne dass überhaupt der Bau der Fabrik genehmigt worden sei, und dass das Gebiet schon jetzt unter Trockenheit leide und sich die Situation durch das Vorhaben von Tesla verschlimmern werde. Tesla entgegnet, dass man ausreichend große Flächen zum Ausgleich aufforsten möchte. Bei Grünheide handle es sich außerdem um eine Kiefernplantage, die bei weitem nicht die Artenvielfalt aufweise wie etwa der Hambacher Wald.

Ein Giga-Projekt

Die geplante „Gigafactory“ in der Gemeinde Grünheide südöstlich von Berlin soll im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen und rund 500.000 Elektrofahrzeuge im Jahr bauen. Durch die neue Automobilfabrik sollen etwa 12.000 neue Arbeitsplätze entstehen.