Im Dezember 2018 flog ein faschistisches Netzwerk bei der hessischen Polizei auf. Nun kam es zu weiteren Hausdurchsuchungen in Hessen. Im Visier der Ermittler sind zum Teil bisher noch nicht verdächtigte Kollegen.

Das Netzwerk faschistischer Polizisten bei der hessischen Polizei war im Dezember 2018 aufgeflogen, nachdem die Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, die Nebenklage-Vertreterin im Prozess gegen die faschistische Terrororganisation „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) in München war, mit Drohschreiben überzogen wurde.

Seit dem 2. August 2018 bekam die Juristin anonyme Drohbriefe zugesendet. Unterschrieben waren diese mit dem Kürzel „NSU 2.0“. Es folgten weitere Drohungen wie: „Du machst Deutschland nicht fertig. Verpiss dich lieber, solange du hier noch lebend rauskommst, du Schwein!“. Auch drohten die Verfasser damit, die damals zweijährige Tochter der Anwältin „abzuschlachten“.

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Neue Chatgruppen, Hausdurchsuchungen und Verdächtige

Bei den anschließenden Ermittlungen flog eine Gruppe von sechs hessischen Polizisten auf, die ihre faschistischen Gedanken auch über eine Chatgruppe teilten. Zur weiteren Aufklärung des Falls wurde beim LKA Hessen eine besondere Ermittlungsgruppe (BAO Winter) eingerichtet.

Nun scheinen die Ermittlungen zu neuen Erkenntnissen geführt zu haben. Am vergangenen Freitag wurden erneut Wohnungen und Dienststellen von drei Frankfurter Polizisten durchsucht. Die Durchsuchungen folgten nach Hinweisen auf weitere rechte Chatgruppen und die Verwendung von Symbolen verfassungswidriger Organisationen.

Bei einem Teil der nun ins Visier der Ermittler geratenen Polizisten soll es sich auch um neue Verdächtige handeln.