Nachbarschaftliche Hilfe hat sich über die letzten Jahrzehnte immer mehr zurückgebildet. In sozialen Medien gibt es nun einen Aufruf, das zu durchbrechen: bei der „#Nachbarschaftschallenge“ helfen jüngere Menschen Älteren bei alltäglichen Besorgungen. Es geht darum, ihnen den Gang zum Supermarkt oder der Apotheke abzunehmen, wenn sie in Zeiten des Corona-Virus Menschenmengen meiden wollen.

Initiiert wurde die Aktion von Twitter-Nutzerinnen aus Wien. Sie hingen einfach ein Schreiben in ihrer Wohnumgebung auf:

„Liebe Nachbar*innen

Sollten Sie über 65 Jahre alt seien und ein geschwächtes Imunsystem haben, möchte ich Euch unterstützen, gesund zu bleiben.

Ich gehöre nicht zur Risikogruppe und könnte Ihnen durch kleinere Besorgungen bzw. Einkäufe in den nächsten Wochen unter die Arme greifen. Falls sie also Unterstützung brauchen, stecken sie mir bitte einen Zettel an die Tür und hinterlassen mir ihre Telefonnummer.

Gemeinsam steht man alles durch. Sie sind nicht Alleine!“

Bis jetzt wurde der Beitrag mehrere tausend Male geteilt und „geliked“. Seitdem zeigen immer mehr Menschen in sozialen Medien ihre Aushänge in ihren Wohnhäusern und Nachbarschaften.

Am Freitag beschlossen einige Bundesländer, ab Montag Schulen und Kindergärten zu schließen. Damit wird in Zukunft nicht nur die Solidarität mit älteren Menschen gefragt seien, sondern auch mit ArbeiterInnen, die Unterstützung bei der Kinderbetreuung benötigen. Denn während das öffentliche Leben, Demonstrationen und auch der Lernbetrieb immer weiter eingeschränkt werden, laufen große Wirtschaftsbetriebe, in denen tausende Menschen zusammenkommen, bisher weiter.


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