Wer wenig Geld hat, lebt in beengten Wohnblöcken dicht an dicht mit hunderten Menschen. Was das in Corona-Zeiten heißen kann, haben nun rund 450 Personen in einem Hochhauskomplex in Grevenbroich erfahren müssen. Dort hatten sich laut Stadt zwei mit dem Coronavirus infizierte Familien nicht an Quarantäne-Bestimmungen gehalten. Die Stadt riegelte daraufhin die Hochhäuser ab, alle mussten sich Tests unterziehen und müssen die nächsten Tage zuhause bleiben. 

In der Stadt Grevenbroich in Nordrhein-Westfalen hat die Stadt einen Hochhauskomplex abgeriegelt. Dafür wurde ein Zaun inklusive Sichtschutz rund um die Gebäude gezogen. Die Eingänge wurden durch einen Sicherheitsdienst kontrolliert.

Als Grund dafür wird von der Stadt angegeben, dass sich zwei Familien nicht an Quarantäne-Bestimmungen gehalten hätten. Obwohl sie mit dem Coronavirus infiziert waren, hätten sie weiter Kontakt zu anderen Menschen gehabt. Das hätten telefonische Kontrollen ergeben.

Nun sollen alle 450 BewohnerInnen des Komplexes getestet werden. Dafür sind 115 Mitarbeiter von Gesundheitsamt und Rotem Kreuz im Einsatz. Der Test ist freiwillig. Wer sich jedoch weigert, muss zwei Wochen in Quarantäne bleiben. Und auch die anderen Bewohner müssen noch mindestens zwei Tage in ihren Wohnungen ausharren. Erst dann sollen die Testergebnisse da sein.

Die beiden Familien, die gegen die Corona-Auflagen verstießen, seien inzwischen anderswo untergebracht. Details nennt die Stadt nicht. Aber es sei ein Ort, an dem „sichergestellt ist, dass sie sich an die Quarantäne-Maßnahmen halten“.


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