In vielen Ländern gelten derzeit strikte Ausgangssperren. Menschen dürfen nur das Haus verlassen, um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. In besonders betroffenen Ländern wurde zeitweise auch die Industrie auf lebenswichtige Bereiche heruntergefahren. Das soll sich nun ändern, die Wirtschaft wieder brummen. Die Einschränkungen für das soziale und politische Leben der Menschen sollen dagegen noch bis mindestens Ende April bestehen bleiben.

In Spanien haben von gestern an viele Betriebe die Arbeit wieder aufgenommen. Das hat die Regierung von Pedro Sanchez erlaubt: „Wir befinden uns weiterhin im Alarmzustand. Deshalb bleibt auch die generelle Ausgangssperre in Kraft. Es endet nur der Winterschlaf unserer Wirtschaft,“ so Sanchez. Im Kundenkontakt sollen Masken und Handschuhe getragen werden. Arbeitskleidung soll täglich bei Temperaturen von 60 Grad gewaschen werden. Kataloniens Regionalpräsident, Joaquim „Quim“ Torra, kritisierte die Öffnung nicht-lebenswichtiger Betriebe als „unverantwortlich und waghalsig“.

Während die Profite wieder sprudeln sollen, bleibt die Ausgangssperre, die am 14. März verordnet wurde, aber bis mindestens Ende April bestehen. Sie ist extrem streng: Die Polizei ahndet Spaziergänge. Sport im Freien ist verboten. Es drohen heftige Strafen.

Auch in Indien sollen zentrale Wirtschaftszweige wie die Automobilindustrie, die Textilbranche und Rüstungsunternehmen wieder ans Laufen gebracht werden. Die Ausgangssperre soll derweil bis mindestens Ende April verlängert werden. Die Maßnahmen treffen einen Großteil der Bevölkerung extrem hart. In den letzten zwei Wochen sollen rund 119 Millionen ArbeiterInnen ihre Jobs verloren haben.

Auch im stark betroffenen Italien werden nicht-lebenswichtige Betriebe wieder zum Teil hochgefahren. So sollen unter anderem Buchhandlungen, Schreibwarenläden und Bekleidungsgeschäfte für Kinder wieder öffnen dürfen. Auch einige einzelne Betriebe dürfen wieder ihre Arbeit aufnehmen.

Ebenfalls sollen hier die Ausgangssperren aufrecht erhalten bleiben. Menschen dürfen nur ausnahmsweise das Haus verlassen, etwa wenn sie zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen müssen. Und sie müssen dafür eine schriftliche Bestätigung bei sich haben.


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