Nachdem in den vergangenen Wochen weltweit gigantische Rettungspakete für Unternehmen und Monopole geschnürt wurden, veröffentlicht der Internationale Währungsfonds nun seine Krisen-Prognose für das Jahr 2020: Der IWF erwartet die schwerste Weltwirtschaftskrise, die es je gegeben hat.

Die letzte große Weltwirtschaftskrise 2008/2009, in der die Weltwirtschaft erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg schrumpfte, war mit einem Minus von 0,1 Prozent nichts im Vergleich zu dem, was der Internationale Währungsfonds (IWF) für dieses Jahr erwartet.

So rechnet der IWF für das laufende Jahr mit einem Einbruch der Weltwirtschaft um mindestens 3 Prozent. In seiner Prognose vor dem Ausbruch der Coronakrise war der IWF noch beschönigend von einem Plus in Höhe von 3,4 Prozent ausgegangen. Der jetzt vorhergesagte Einbruch gilt jedoch ebenfalls nur für den bestmöglichen Verlauf von Corona- und Wirtschaftskrise.

Laut den Prognosen muss Deutschland 2020 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 7 Prozent rechnen, die USA mit einem Minus von 6,1 Prozent. Frankreichs Wirtschaft schrumpft voraussichtlich um 7,2 Prozent, Spaniens um acht Prozent und Italiens sogar um 9,1 Prozent.

Krise könnte nochmals deutlich schlimmer werden

Bei den bisherigen Zahlen geht der IWF von dem bestmöglichen Fall aus, bei dem es keine wirtschaftlichen Einschränkungen mehr ab der zweiten Hälfte des Jahres gibt. Dann könne der Verlust für die Weltwirtschaft insgesamt in diesem und im nächsten Jahr auf neun Billionen Dollar begrenzt werden. Nach dem Einbruch in diesem Jahr könne die Weltwirtschaft 2021 dann wieder wachsen, der IWF rechnet dafür mit einem Plus von 5,8 Prozent.

Sollte der weitgehende Stillstand großer Teile der Wirtschaft jedoch auch im zweiten Halbjahr 2020 weitergehen, würde die Weltwirtschaft um weitere 3 Prozent schrumpfen, erwartet der IWF. Sollte sie gar bis ins Jahr 2021 anhalten, werde der BIP-Verlust um mindestens 8 Prozent größer ausfallen als in der aktuellen Prognose.

Investoren ziehen Geld aus „Schwellenländern“ ab

In den vergangenen Wochen haben Investoren bereits gigantische Summen aus den sogenannten „Schwellenländern“ abgezogen. Mehr als hundert Milliarden Euro sollen es bisher sein. Der Abzug der Devisen wiederum lässt die lokalen Währungen abstürzen: Es folgt eine Schuldenkrise, weil Schwellen- und Entwicklungsländer ihre Schulden in Dollar nicht mehr bedienen können.

Der IWF und die Weltbank flehen aus diesem Grund geradezu seit Wochen darum, dass reiche Staaten und auch Finanzinstitutionen Umschuldungen und Schuldenerlasse gewähren. Die Gläubigerstaaten stimmten dem Schulden-Moratorium vorerst zu, weil sie ansonsten schwere Verwerfungen auf den Finanzmärkten befürchteten.


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