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Samstag, Juli 20, 2024
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    Viele Generationen, das selbe Problem: Minijobs in der Krise

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    Mehr als eine Million RentnerInnen haben in Deutschland einen Minijob, um ihre Rente aufzustocken. Ähnlich geht es auch vielen StudentInnen und SchülerInnen, die ein zusätzliches Einkommen durch kleinere Jobs benötigen. Durch die Wirtschafts- und Coronakrise drohen viele dieser Jobs wegzufallen.

    In Deutschland gehen über eine Millionen Rentner und Rentnerinnen noch arbeiten. Was nach einem Widerspruch klingt, ist traurige Realität. Viele Menschen, die in Deutschland bereits ihre Rente ausgezahlt bekommen, gehen in einem anderen kleineren Job weiter arbeiten. Sie benötigen das Geld, um ihr Einkommen aufzubessern.

    Diese Zahlen gehen aus einer Statistik der Minijob-Zentrale hervor, die die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Linken ausgewertet hat. Der Statistik nach übten Ende letzten Jahres 1.055.604 Menschen im Alter über 65 eine geringfügige Beschäftigung im gewerblichen Bereich aus. Zusätzlich dazu gab bzw. gibt es weitere 50.155 ältere MinijobberInnen, die in privaten Haushalten beschäftigt werden.

    Durch den Zusammenprall von Wirtschaftskrise und Corona-Pandemie drohen viele dieser Jobs weg zu brechen. Das könnte für viele RentnerInnen die Altersarmut bedeuten, denn eine soziale Absicherung gibt es nicht. Dazu kommt die Tatsache, dass selbst dort, wo Minijobs erhalten bleiben, diese eventuell mit einem höheren Infektionsrisiko verbunden sind. In diesem Falle müssen sich die RentnerInnen zwischen ihrer Gesundheit und der Armut entscheiden. Um das Problem zu lösen oder zumindest zu lockern, fordert die Linken-Politikerin Sabine Zimmerman einen Pandemiezuschlag von 200€ auf die Grundsicherung im Alter, rückwirkend zum 1.März. Dieser Zuschlag soll auch an alle ausgezahlt werden, denen nun der Bezug von Grundsicherung droht.

    Ein ähnliches Phänomen lässt sich bei studentischen Arbeitskräften beobachten, die häufig ebenfalls auf kleinere Mini- oder Teilzeitjobs angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt aufzustocken. In Deutschland studieren circa 2,9 Millionen Menschen, 69% von ihnen gehen nebenbei arbeiten bzw. sind bis vor Kurzem arbeiten gegangen. Laut einer aktuellen Umfrage haben bereits 750.000 StudentInnen ihre Jobs in der Krise verloren und weitere 52% befürchten, dass sie ihn in den nächsten Monaten nicht mehr haben werden.

    Diese Parallelen zeigen zudem deutlich: Armut hat nichts mit der Faulheit einer bestimmten Generation zu tun oder damit, dass jemand in seinem Leben nicht genug zur Seite gelegt hat. Den meisten Menschen fehlt dafür schlicht weg die Möglichkeit.

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