Wirtschaftskrise und Coronaschock haben dazu geführt, dass sich zehntausende Autos in Autohäusern und Lagern sammeln. Die Politik hat schon mit einer Kaufprämie reagiert.

Der Autohandel sitzt auf nicht zugelassenen Neufahrzeug-Beständen im Wert von rund 14,8 Milliarden Euro. Das geht aus Hochrechnungen des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) vom 20. Mai hervor.  Dabei muss beachtet werden, dass es sich beim ZDK um den Lobbyverband der Autohändler handelt.

Dieser trommelt deshalb für eine Kaufprämie: „Wir brauchen eine schnelle Entscheidung der Politik für eine Kaufprämie, die auf jeden Fall Neufahrzeuge und junge Gebrauchte mit umweltfreundlichen Verbrennungsmotoren der aktuellsten Schadstoffnormen einbeziehen muss“, so ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn.

Keine drei Tage nach der Pressemitteilung berichtet die Automobilwoche dann darüber, dass die Regierungsplanungen für eben solch eine Prämie schon weit fortgeschritten seien. Die Gesamtfördersumme bei diesem Projekt beläuft sich auf 2,5 Milliarden Euro und soll bis Jahresende per „Windhund-Prinzip“ vergeben werden („wer zuerst kommt, mahlt zuerst“)..

Hersteller wollen Kaufprämie für den 5er-BMW – Krisenhilfe und Umweltschutz?

Corona als Grund?

Als Ursache für den Rückgang führt der Focus „die Virus-Pandemie beziehungsweise die als Reaktion darauf verhängten Maßnahmen“ an. Diese hätten für den stärksten Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen gesorgt. In Deutschland lag das Minus bei 61,1 Prozent.

Tatsächlich ist die Virus-Pandemie jedoch selbst nur ein Verschärfer der seit langem schwelenden kapitalistischen Überproduktionskrise im Autosektor. So sind schon 2019 in Deutschland so wenig Autos gebaut worden wie seit 22 Jahren nicht mehr. Damals war von Corona jedoch noch keine Rede. Vielmehr war schon seit längerem der Punkt erreicht, in dem ein zu umfangreiches Angebot – zu viele Waren – einer zu geringen Nachfrage – also ArbeiterInnen mit zu wenig Geld für Autos – gegenüberstanden. Dies geschieht im Kapitalismus gesetzmäßig und es kommt zu Wirtschaftskrisen.


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