Auch am Sonntag sind erneut Zehntausende gegen Polizeigewalt und Rassismus in Deutschland und weltweit auf die Straße gegangen. In einer Stadt wurde die Statue eines Sklavenhalters eingerissen. Derweil kündigen immer mehr US-Städte eine Polizeireform oder sogar eine Auflösung der lokalen Polizeibehörde an.

Wieder sind zehntausende Menschen gegen Polizeigewalt und Rassismus auf die Straße gegangen.

In Leipzig demonstrierten rund 15.000 Menschen, in Köln waren es 7.000. Hier fand auch eine Demonstration vom Neumarkt hin zur Deutzer Werft statt. Es war die erste größere Demonstration seit des Corona-Lockdowns, währenddessen das Versammlungsrecht massiv eingeschränkt worden war.

Auch international gab es wieder Proteste. Im Südwesten Englands kam es bei einer antirassistischen Demonstration in Bristol zu einer direkten Aktion gegen die Bronze-Statue eines Sklavenhändlers. Sie war auf einem zentralen Platz schon seit langem platziert und nicht unumstritten. Nun wurde sie während der Demonstration kollektiv heruntergerissen und abschließend im Wasser versenkt.

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Derweil gibt es in den USA weitere Zugeständnisse der Behörden an die Protestierenden. So beschloss der Stadtrat der US-Stadt Minneapolis die vollständige Auflösung der Polizeibehörde sowie einen anschließenden Aufbau auf neuer Grundlage. Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, ist allerdings noch dagegen. Ob es wirklich zur Auflösung kommt, bleibt also abzuwarten. In Minneapolis hatte der rassistische Mord am Afroamerikaner George Floyd durch weiße Polizisten stattgefunden.

Auch New York City kündigte eine Polizeireform an. Und in San Francisco sollen in Zukunft PolizistInnen nach einer Serie von Beschwerden wegen schweren gewalttätigen Verhaltens nicht mehr angestellt werden. Der Umstand, das dies schon als „Polizeireform“ gesehen wird, zeigt jedoch, an welch niedrigem Standard hier angesetzt wird.


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