Die Wirtschaftsberater der Regierung gehen von der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte aus. Demnach soll das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 6,5% einbrechen. Die Bundesagentur für Arbeit erwarten drei Millionen Arbeitslose – die reale Zahl dürfte noch höher liegen.

Führende kapitalistische Ökonomen verschärfen ihre Prognosen: „Die Corona-Pandemie wird voraussichtlich den stärksten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik verursachen“, so Lars Feld, Vorsitzender des Sachverständigenrats der Bundesregierung.

Laut den Prognosen der sogenannten „Wirtschaftsweisen“ könnte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 6,5 Prozent einbrechen. Das Bruttoinlandsprodukt umfasst alle Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres produziert wurden. Die Investitionen in neue Maschinen usw. dürften um rund 19 Prozent einbrechen, die Verbraucher etwa 5,5 Prozent weniger ausgeben. Zudem könnten die deutschen Exporte in diesem Jahr um 14,5 Prozent schrumpfen.

Damit wird die negativste Voraussage der „Wirtschaftsweisen“ vom März noch übertroffen. Damals hatte man im schlimmsten Fall mit einem Minus von 5,4 Prozent gerechnet. Damit wird die kommende Krise schlimmer als die Weltwirtschaftskrise von 2008/2009. 2009 war das BIP um 5,7% eingebrochen.

Für die Wirtschaft im gesamten Euro-Raum rechnet der Sachverständigenrat mit einem Einbruch von 8,5 Prozent.

Arbeitslosigkeit soll auf über drei Millionen Menschen steigen

Der wirtschaftliche Einbruch wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele erklärte, die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland dürfte erstmals seit zehn Jahren im Sommer wieder auf über drei Millionen steigen. Damit würde die Arbeitslosenquote bei über 6% liegen.

Die Zahl der faktisch Arbeitslosen dürfte um einige Hunderttausend höher liegen. Denn in den offiziellen Zahlen werden z.B. Arbeitslose, die sich in Maßnahmen befinden, nicht hinzugezählt.

Besonders hart treffe die Coronakrise befristet Beschäftigte und Zeitarbeiter, sagte Scheele.  Auch die Jugendarbeitslosigkeit steige an. Frauen seien doppelt betroffen: Sie seien stärker in besonders betroffenen Branchen tätig als Männer und verdienten dadurch weniger. Zugleich müssten sie mehr Betreuungsaufgaben übernehmen. Scheele erklärte, dass die „Coronakrise“ alles zerstören könnten, „was in Jahrzehnten an Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt erreicht wurde“. Man müsse „alles daransetzen, dass dies nicht passiert“, sagte Scheele.

Derzeitige Maßnahmen der Regierung, für die Scheele arbeitet, zeigen jedoch in eine andere Richtung. Hier scheinen die Interessen der Unternehmensseite im Vordergrund zu stehen.

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