Ein rechter Drohbrief erreichte mehrere türkischstämmige UnternehmerInnen in Hannover. Neben rassistischen Beleidigungen drohen die, die mit „die Deutschen“ unterzeichnen, mit einem bald kommenden, schweren Krieg und verweisen auf ihre Kontakte zu den Hells Angels.

„Es wird bald schweren Krieg geben am Steintor – verlasst euch drauf“, schreiben die AutorInnen im rechten Drohbrief. Mit Steintor ist die belebte Fußgängerzone in Hannover gemeint, in der unter anderem türkische Schnellrestaurants ansässig sind. Die Drohungen sind an alle „türkischen Geschäfte und Moscheen“ gerichtet, ebenso wie die zahlreichen rassistischen Beschimpfungen: „Ihr werdet vernichtet“, „haut endlich ab, ihr scheiß Drecks-K*nacken“. Der Brief ist unterzeichnet mit „die Deutschen“, über Verbindungen zur Rockerszene gibt es bisher nur Mutmaßungen.

Die Autoren verweisen auf Kontakte zu Frank Hanebuth, dem sogenannten „Steintorkönig“, der nicht nur Zuhälter ist, sondern auch Präsident der Hells Angels in Hannover war. Auf Anfrage des NDR distanzierte sich Hanebuth von dem Schreiben. Sein Anwalt dazu: „Herr Hanebuth ist seit 37 Jahren am Steintor tätig. Er hat einen guten, auf gegenseitigem Vertrauen beruhenden Kontakt zu allen dort tätigen Geschäftsleuten.“.

Einer der Betroffenen, die der Brief erreichte, ist Mehmet Kılıç. Er betreibt eins der Restaurants und ist derjenige, der Anzeige erstattete. Bisher habe er Derartiges nicht erlebt in Hannover, er hofft auf die Unterstützung der Behörden. Denen sind mehrere der Briefe bekannt, wie viele genau, ist nicht öffentlich. Derzeit prüfen die ErmittlerInnen, ob es sich um die selben AutorInnen handelt und ob eine tatsächliche Gefahr besteht.


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