Das Leipziger Unternehmen „spreadshirt.de“ ist eines der ersten Unternehmen, bei dem T-Shirts im Internet individuell bedruckt werden konnten. Viele Bands, Fan-Gruppierungen oder beliebige InteressentInnen konnten ebenda mit einem selbstgestalteten Shop ihre Klamotten bedrucken lassen. Doch auch die politische Rechte nutzt diese Art der Vermarktung, weswegen das Unternehmen immer wieder im Verruf steht.

Das 2002 gegründete Unternehmen „Spreadshirt“ war eines der ersten, das T-Shirts, Pullover und andere Kleidung im Internet bedrucken ließ. Damals war das ein Markt, der unvergleichlich viel Publikum anzog. Jeder Verein, jede Person und jede Band konnte mit einem kostenlosen Shop das eigene Merchandise vertreiben. Den Druck und den Versand übernahm das Unternehmen. Die BetreiberInnen des Shops erhielten einen kleinen Teil des Geldes. Dieser kleine Betrag häufte sich bei der damaligen Masse an KäuferInnen bei manchen Shops so schnell an, dass viele BetreiberInnen ihre Shops wieder schließen mussten. Grund dafür war, dass das Geld nicht versteuert war und bald das Finanzamt bei den BetreiberInnen vor der Tür stand.

2015 – PEGIDA

Viele der KundInnen wollten aber nicht nur lustige T-Shirts kaufen, sondern eben auch im alltäglichen Leben etwas tragen, was sie vertreten. So kam es 2015 dazu, dass eine Anhängerin der rechten PEGIDA-Bewegung ihren Niki bei Spreadshirt mit der Aufshirt „I [Herz] PEGIDA“ bedrucken lassen wollte. Das Unternehmen reagierte sofort und stornierte die Anfrage. Nach viel Lob für die Absage kam allerdings auch die Kritik. Denn Spreadshirt vertreibt währenddessen auch unzählige andere diskriminierende, sexistische und gewaltverherrlichende Inhalte – bis heute.

2020 – Antisemitismus

Mit Aufkommen der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Freiheitsbeschränkungen versuchen auch verschwörungsbehaftete Menschen mit ihren Klamotten gegen diese Beschränkung zu demonstrieren. An dieser Stelle hatte Spreadshirt einen gelben Stern mit der Aufschrift „nicht geimpft“ drucken lassen. Der Staatsschutz selbst hat Anzeige gegen das Motiv erstattet.

Spreadshirt selbst distanziert sich von dem Motiv und verweist auf die hauseigenen Geschäftsbedingungen, die Aufforderung zur Gewalt oder Hate Speech untersagen. Ebenso müssen die AnbieterInnen versichern, dass sie die Rechte an den Motiven haben. Viele KritikerInnen glauben allerdings nicht, dass dieses Motiv „durchgerutscht“ sei, sondern sehen die Kontrolle des Unternehmens als zu niedrigschwellig an.

Viele Unternehmen, wie „Flyeralarm“, „Spreadshirt“ oder auch „Amazon“ vertreiben oder verarbeiten auf ihren Seiten immer wieder nationalsozialistische, gewaltverherrlichende, sexistische, homophobe oder verleumderische Motive oder ähnliche andere Klamotten.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.