Chinas Marine hält Militärübungen in der umstrittenen Meeresregion ab. Die USA antworten mit der Entsendung von Flugzeugträgern. Erst kürzlich war ein US-Kriegsschiff zum wiederholten Male durch die Straße von Taiwan gefahren. Die Gefahr militärischer Zwischenfälle wächst.

Die Spannungen im Südchinesischen Meer verschärfen sich. China lässt seine Marine seit einigen Tagen Militärübungen in der umstrittenen Meeresregion abhalten und veröffentlicht dazu Propagandavideos. Das chinesische Nachrichtenportal Global Times berichtet über eine „breite Auswahl“ an Luftabwehrsystemen, über die das Land im Südchinesischen Meer verfügen würde.

Jetzt schicken die USA zwei Flugzeugträger in die Region. Die USS „Ronald Reagan“ und USS „Nimitz“ werden von vier weiteren Kriegsschiffen begleitet und sollen ebenfalls ein Manöver durchführen: „Damit wollen wir unseren Partnern und Verbündeten ein unmissverständliches Signal senden, dass wir uns der regionalen Sicherheit und Stabilität verpflichtet fühlen“, äußerte der US-Konteradmiral George Wikoff gegenüber dem Wall Street Journal.

Militärische Zwischenfälle möglich

Analysten halten militärische Zwischenfälle aufgrund der Manöver für möglich, zumal die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden imperialistischen Staaten gerade ohnehin so angespannt sind wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Erst kürzlich hatten die USA einen Zerstörer durch die Straße von Taiwan und damit unmittelbar vor die chinesische Küste geschickt – laut der in Hongkong erscheinenden South China Morning Post schon das siebte Mal in diesem Jahr.

Streit um die wichtigste Seehandelsroute der Welt

Im Südchinesischen Meer liefern sich China, Vietnam, Malaysia, Brunei und die Philippinen Auseinandersetzungen um Gebietsansprüche, insbesondere um die Spratly- und Paracel-Inseln sowie das Scarborough-Riff. Bereits 2012 wäre es beinahe zu einem Krieg zwischen China und Vietnam gekommen, nachdem sich Kriegsschiffe beider Staaten ein kurzes Gefecht in der Nähe des Scarborough-Riffs geliefert hatten. Nachdem China im Jahr 2015 künstliche Inseln in der Nähe der Spratly-Inseln angelegt hatte, schickten die USA demonstrativ einen Zerstörer in die Gegend. Die USA unterstützen in dem Konflikt die chinesischen Rivalen.

Krieg. Und die Verantwortung der G20 – von Thomas Stark

Den beiden mächtigsten G20-Staaten dürfte es dabei neben vermuteten Rohstoff- und Fischvorkommen vor allem um die geostrategische Bedeutung der Region gehen: Durch das Südchinesische Meer verläuft die wichtigste Seehandelsroute der Welt. 30 Prozent des globalen Handelsvolumens werden hier entlang transportiert. Daneben hat die Region eine immense militärisch-strategische Bedeutung, falls es zu einem amerikanisch-chinesischen Krieg kommen sollte.


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