Seitdem am Wochenende mehrere Mitglieder der faschistischen Organisation „Der III. Weg“ drei Männer aus Guinea zusammengeschlagen haben, mehrt sich der Ruf nach einem Verbot der Kleinstpartei. Schon in der Vergangenheit fiel sie durch völkische bis nationalsozialistische Aktionen auf.

Der fremdenfeindliche Angriff am Wochenende in Erfurt ist nicht die erste Aktion, mit der die Mitglieder der Kleinstpartei „der III. Weg“ auf sich aufmerksam machen. Immer wieder fällt die Partei mit Propaganda, völkischen Demonstrationen und nationalsozialistischen Parolen auf. Einige lokale Dokumentationszentren faschistischer, rassistischer und diskriminierender Ereignisse beobachten schon seit mehreren Jahren die Bedrohung durch die Kleinstpartei.

So beschreibt das Leipziger Dokumentationszentrum „chronik.LE“, dass immer wieder Aufkleber der Kleinstpartei im Stadtgebiet auftauchen. Ebenso wurden Aktionen dokumentiert, durch die diese Aufkleber neben nationalsozialistischen Graffitis entdeckt wurden. Auch Hakenkreuze und Schriftzüge wie NS oder NSDAP sind neben den Aufklebern zu erkennen.

Tiefe Verstrickungen in Thüringen

In der zweitgrößten Stadt Thüringens, Jena, informiert das „Rechercheportal Jena – Saale-Holzlandkreis“ über weitere Aktivitäten der Thüringer Neonaziszene. Immer wieder werden hierbei Verbindungen zwischen verschiedenen Neonazi-Gruppen und der Partei „Der III. Weg“ deutlich. Beim sorgfältigen Studieren dieser Internetseite oder der „chronik.WEIMAR“ werden diese Zusammenhänge noch deutlicher.

Zum 1. Mai 2016, dem ArbeiterInnenkampftag, verdrehte die Kleinstpartei die Geschichte und nutzte den Tag als Kraftprobe gegen den Staat. Bei dem Auflauf eskalierte die Lage und es kam zu Ausschreitungen zwischen den Neonazis und der Polizei.

Bundesweite Organisationsstrukturen

Doch nicht nur in Ostdeutschland fällt „Der III. Weg“ durch seine Mitglieder auf. Auch die München-Chronik berichtet immer wieder über Vorfälle seit 2017, sei es bei Spendensammlungen, Flugblattverteilung oder sogar einer bürgerwehrähnlichen „Nationalen Streife“.

Dass die Politik nach Jahren des Terrors nun endlich auf die Partei aufmerksam wird, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Selbst wenn ein Verbot der Kleinstpartei durch den Innenminister Horst Seehofer (CSU) veranlasst werden sollte, ist das Gedankengut der Personen immer noch tief in deren Köpfen verankert.


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