In Berlin haben gestern mehrere zehntausend Menschen gegen die Corona-Politik der Regierung protestiert. Mobilisiert hatte auch ein Großteil der faschistischen Bewegung. Später gelang es Demonstrierenden, unter dem Banner von schwarz-weiß-roten Fahnen die Treppen vor dem Reichstag zu stürmen – ohne nennenswerten Widerstand der Polizei.

In Berlin sind gestern mehrere zehntausend Menschen in Berlin zu Demonstrationen zusammengekommen. Angemeldet war eine Großdemonstration von der Initiative „Querdenken“, die zuerst verboten, jedoch anschließend vom Oberverwaltungsgericht Berlin genehmigt wurde.

Dennoch löste die Polizei die Versammlung, zu der nach polizeilichen Angaben etwa 40.000 Menschen gekommen waren, schon kurz nach Beginn auf, da der Mindestabstand nicht eingehalten worden sei.

Im Laufe des Tages kam es auch zu einer größeren Versammlung vor dem Reichstag. Hier hatte es schon Wochen zuvor immer wieder Proteste gegeben. Doch es waren kaum Polizeieinheiten abgestellt, sodass mehrere hundert Demonstrierende die Bannmeile und die Absperrungen vor dem deutschen Parlament durchbrachen und auf den Treppen zum Reichstag posierten.

Dominant waren dabei schwarz-rot-weiße Fahnen, die Ausdruck der Nazi-Bewegung sind. Letztendlich standen nur drei Polizisten zwischen den Protestierenden und dem Eingang zum Parlament.

Polizeisprecher Thilo Cablitz erklärte dazu: „Wir können nicht immer überall präsent sein, genau diese Lücke wurde genutzt, um hier die Absperrung zu übersteigen, zu durchbrechen, um dann auf die Treppe vor dem Reichstag zu kommen.“

Auf Twitter wurde sarkastisch kommentiert, mit wie vielen Beamten die Polizei bei anderen Gelegenheiten im Einsatz ist.

An mehreren Stellen zeigten sich Verbindungen zwischen Polizei und rechten Demonstrierenden. Ein Vertreter der rechten Trump-Unterstützer um die „Q-Anon-Bewegung“ etwa begegnete einem behelmten Beamten durchaus brüderlich.


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