Im vergangenen Jahr hat die Bundeswehr 4.551 Vorträge an deutschen Schulen gehalten, ganze Schulklassen besuchten die Kasernen. Auch brachten „Jugendoffiziere“ ihre Sicht auf die Auslandseinsätze der Bundeswehr an zehntausende SchülerInnen. Besonders hat die Bundeswehr ihre Präsenz jedoch im Bereich der Job-Börsen ausgebaut. Insgesamt hat die Bundeswehr damit im vergangenen Jahr über 300.000 SchülerInnen erreicht.

Die Bundeswehr hat Nachwuchsprobleme und versucht dem mit offensivem Werben entgegenzuwirken. Wie sie das macht, das geht unter anderem aus einer kleinen Anfrage der Linkspartei im Bundestag hervor:

  • So wurden im Jahr 2019 insgesamt 4.551 Vorträge von „Karriereberatern“ bevorzugt an Gymnasien, Real- und Berufsschulen gehalten. Damit wurden 101.185 SchülerInnen erreicht. Zudem wurden 4.916 LehrerInnen angesprochen.
  • Auch haben Jugendoffiziere 14 Veranstaltungen für JournalistInnen durchgeführt, bei denen 133 Journalisten erreicht wurden.
  • Des weiteren sind Jugendoffiziere im Rahmen des Schulunterrichts aufgetreten und haben ihre Sicht auf Krieg dargelegt. Die Zahl der erreichten Jugendlichen durch Jugendoffiziere lag damit mit 114.317 Teilnehmenden 2,2 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.
  • Besonders viele Jugendliche wurden im Rahmen von Job-Messen erreicht. Hier waren es im vergangenen Jahr 120.315 SchülerInnen.
  • 16.232 Schülerinnen sind im Rahmen von Unterrichtsgängen zu Truppenbesuchen aufgebrochen.

Insgesamt waren 2019 durchschnittlich 73 Jugendoffiziere und ca. 400 Karriereberaterinnen und Karriereberater eingesetzt. Das Ganze ist nicht billig: Für das Jahr 2019 werden Personalausgaben in Höhe von rund 5,4 Millionen Euro für Jugendoffiziere und 26,5 Millionen Euro für Karriereberaterinnen und Karriereberater angenommen.


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