Der Autozulieferer Schaeffler hat angekündigt, in den nächsten Jahren 4400 Stellen abzubauen. Davon sind 14 Standorte betroffen. Zwei davon droht die Komplettschließung.

Dies gab das Unternehmen am Mittwoch in Herzogenaurach bekannt. Zu den betroffenen Standorten zählen zwölf in Deutschland (darunter auch der Hauptsitz in Herzogenaurach) und zwei im europäischen Ausland. Den Betrieben in Wuppertal und Clausthal-Zellerfeld droht die Komplettschließung. Die Stellenstreichungen sollen bis Ende 2022 erfolgen, was sogenannte „Transformationskosten“ von rund 700 Millionen Euro mit sich bringe. Im Gegenzug erhofft sich die Unternehmensführung jährliche Einsparungen von 250 bis 300 Millionen Euro.
Begründet werden die Maßnahmen mit dem Verlauf der Wirtschaftskrise. Die Markt- und Umsatzerwartungen bis 2025 würden lediglich auf eine langsame Erholung hindeuten. 4400 ArbeiterInnen zu kündigen, bezeichnete das Unternehmen daher als „zwingend erforderlich“.

Begrüßt wurde der Schritt von der Börse, wo die Aktie des Zulieferers nach vorherigen Verlusten wieder ein Plus verzeichnen konnte.

Als einer der größten Zulieferer in der deutschen Autobranche beschäftigt Schaeffler an 150 Standorten auf der Welt ArbeiterInnen und konnte im letzten Jahr einen Umsatz von 14,4 Milliarden Euro verzeichnen. Das Unternehmen betreibt dabei bereits seit Ende 2018 einen massiven Arbeitsplatzabbau: 8 250 Stellen wurden seitdem gestrichen und die Anzahl der Beschäftigten auf 84 233 reduziert. Gleichzeitig läuft ein „Freiwilligenprogramm“, über welches weitere 2000 Stellen zunichte gemacht werden sollen.

Wie vergangene Woche bekannt wurde, verfolgt mit Continental auch einer der namhaftesten Konkurrenten von Schaeffler ähnliche Pläne. Dort sollen 30 000 Stellen abgebaut werden, um ab 2023 eine Milliarde Euro pro Jahr einzusparen. Davon werden insbesondere die Standorte in Nürnberg, Ingolstadt und Regensburg betroffen sein.

In der gesamten Metall- und Elektrobranche sind nach Schätzungen der IG Metall 300 000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Wirtschaftskrise: Job-Kahlschlag in vielen Branchen  


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