Der Psycho-Report 2020 der DAK ist erschienen und stellt ein erneutes Anwachsen der diagnostizierten psychischen Erkrankungen im Jahr 2019 fest. Am stärksten sind Frauen und Menschen über 60 betroffen.

Jährlich fasst der Psycho-Report der DAK die Entwicklung von psychischen Erkrankungen unter ihren Versicherten zusammen. Auch für 2019 musste ein rapider Anstieg psychischer Erkrankungen festgestellt werden.

Insgesamt seien die Fehltage der Versicherten an ihren Arbeitsplätzen aufgrund psychischer Erkrankungen seit 2000 um 137% gestiegen. 2019 kamen so auf 100 Versicherte 260 Fehltage, was ein Rekordhoch darstellt.

Den mit Abstand größten Teil der Diagnosen nehmen dabei Depressionen und damit verwandte Erkrankungen ein, es folgen posttraumatische Belastungsstörungen und Anpassungsstörungen, an dritter Stelle dann „andere neurotische Störungen“, worunter auch Burn-Out-Syndrome fallen.

Isolation verstärkt Stress und psychische Erkrankungen

Was die Diagnose von psychischen Erkrankungen und daraus resultierende Fehltage angeht, scheinen Frauen deutlich stärker betroffen zu sein als Männer. 2019 kamen auf 100 versicherte Frauen 328 Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen, auf 100 versicherte Männer jedoch ’nur‘ 203.

Unter den verschiedenen Berufsgruppen ist die öffentliche Verwaltung am stärksten betroffen: hier kamen auf 100 Versicherte 382 Fehltage, im darauf folgenden, ebenfalls deutlich überproportional betroffenen Gesundheitswesen, waren es 338.

Auch im Hinblick auf die Bundesländer stellt der Report deutliche Unterschiede fest: Im Saarland gab es durchschnittlich die meisten Krankentage. Betrachtet man jedoch lediglich die Zahl der Diagnosen von psychischen Erkrankungen, liegen alle fünf sogenannten „Neuen Bundesländer“ und Berlin deutlich vor den anderen. In beiden Statistiken bilden die relativ wohlhabenden Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg die Schlusslichter.

 


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