Am Montag kam es bei Personen, die dem „Roten Aufbau“ Hamburg zugeordnet werden, zu Hausdurchsuchungen. Gegen die revolutionäre Organisation wird wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt.

Von den Durchsuchungen waren insgesamt 28 Objekte betroffen. Diese befinden sich überwiegend in Hamburg, aber auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Darunter ist auch der linke Stadtteilladen „Lüttje Lüüd“ in Hamburg.

200 BeamtInnen im Einsatz

In den Ermittlungen wegen Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung nach Paragraph 129 des Strafgesetzbuches wird gegen 22 Personen vorgegangen. Diese hätten laut den Behörden das Ziel verfolgt, Straftaten wie Landfriedensbruch und Sachbeschädigung zu begehen, sowie andere dazu aufzufordern.

Die Organisation selbst berichtet in einer Stellungnahme auf Facebook über die Vorgehensweise der Polizei bei den Durchsuchungen. Dort heißt es: „Teilweise kamen sie wieder mit SEK-Einheiten und haben Leute mit Maschinengewehren aus dem Bett gezogen.“ Außerdem habe die Polizei Technik, Notizen und einzelne Kleidungsstücke mitgenommen.

Als Motiv des Staats wird die Absicht vermutet, linke Strukturen zu durchleuchten.

In einem anderen Post werden die Hausdurchsuchungen als „Versuch, antifaschistische und revolutionäre Politik zu kriminalisieren“, gewertet. Dieser Versuch gelte der gesamten radikalen Linken.

Auch die Rote Hilfe bekundete ihre Solidarität und sprach von den größten Angriffen auf organisierte linke Strukturen in den letzten Jahren. Sie forderte die Einstellung aller Ermittlungsverfahren.

Der Rote Aufbau rief in der Folge dazu auf, um 19 Uhr an der Roten Flora Solidarität gegen die staatliche Verfolgung auszudrücken. Dem folgten mehrere hundert Menschen und kamen dort zu einer spontanen Demonstration zusammen.


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