Seit Wochen gehen Bilder um die Welt, die Frauen in den ersten Reihen der Proteste von Belarus zeigen. Dem Aufruf zum „Marsch der Frauen“ sind mindestens 5.000 gefolgt. – Eine Einschätzung dieser Bewegung von Leon Hamacher

Drei Frauen forderten Diktator Lukaschenko in der vergangenen Wahl heraus. Nach seinem erneuten offiziellen Wahlsieg ist er im Begriff, seine 6. Legislaturperiode anzutreten. Bereits seit 26 Jahren ist er im Amt.

Eine breite Frauen-Bewegung hat sich zum Ziel gesetzt, diesen erneuten Amtsantritt zu verhindern.

Was passiert gerade in Belarus?

Viele der tausenden Frauen haben sich dem von Marina Mentussowa geprägten Bild der protestierenden Frauen von Belarus angeschlossen. Sie tragen Weiß, haben Blumen in der Hand, sind manchmal sogar barfuß. Angesichts der Brutalität, mit der die Polizei bei Protesten gegen DemonstrantInnen vorging, ist das sicher eine gewagte Entscheidung. Doch bisher geht ihre Strategie auf, noch haben die Polizeikräfte sichtliche Scheu, Gewalt gegen die weiß gekleideten Frauen anzuwenden.

„Super Bild und großartiges Poster: ‚Alle Masken werden heruntergerissen‘. Polizisten haben Angst, identifiziert und auf eine schwarze Liste gesetzt zu werden, deswegen tragen alle von ihnen jetzt Masken bei Protesten.“

Viele Medien berichten von den erfolgreichen Aktionen der Frauen: Mehrmals haben z.B. Frauengruppen Gefangene befreit, indem sie als Menschenkette auf die Polizisten zugerannt sind. Oder Frauen mit Blumen in den Händen haben sich vor rollende Panzer gelegt, um sie mit ihren Körpern aufzuhalten – und hatten damit Erfolg.

Repression gegen Studierende

Abgesehen vom Frauenmarsch tragen gegenwärtig vor allem Studierende ihren Protest auf die Straße. Immer wieder gab es Festnahmen, wie viele ist nicht bekannt. Videos belegen, wie Polizisten in Zivilkleidung Studierende in der Universität festnehmen.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.