Die Deutsche Post AG steigerte durch die Corona-Pandemie ihren Gewinn um knapp 50%. In diesem Zusammenhang fordert die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di unter anderem eine Lohnerhöhung von 5,5% für die MitarbeiterInnen der Post. Der Konzern kontert mit mickrigen 1,5%. Am 21. und 22. September gehen die Verhandlungen weiter.

Nach Angaben der Deutschen Post wurden bundesweit am Freitag rund 65.000 Pakete und 356.000 Briefe wegen des Streiks nicht zugestellt. Das sind – gerechnet auf die bundesweiten Mengen – 1,2 Prozent aller Pakete und 0,6 Prozent aller Briefe.

Am Freitagmorgen legten die Post-ArbeiterInnen in Braunschweig, Pattensen (Region Hannover), Wöllstein (Landkreis Alzey-Worms) und in Saulheim (Rheinland-Pfalz) die Arbeit nieder. Am Tag davor hatte es bereits Warnstreiks in Hannover, Osnabrück sowie in mehreren Städten im Harz gegeben. Zum Warnsteik hatte die Gewerkschaft ver.di aufgerufen, nachdem die Verhandlungen mit der Deutschen Post AG gescheitert waren.

„Das ist eine Provokation“

In einer Presseerklärung äußerte sich der stellvertretende ver.di-Vorsitzende, Andreas Kocsis: „Wir haben in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen den Eindruck gewonnen, dass die DP AG ihre Beschäftigten mit einer Entgelterhöhung von nur 1,5 Prozent für 12 Monate abspeisen will. Das ist eine Provokation und das werden sich unsere Mitglieder, die Tag für Tag zum Unternehmenserfolg beitragen, nicht einfach so bieten lassen“.

Weitergehend betonte er, dass die Deutsche Post AG ein Gewinner der Corona-Krise sei, das jedoch bisher nicht bei den Beschäftigten ankomme: „Dazu gehören ganz klar ordentliche Lohnerhöhungen und kein Sparkurs bei den Beschäftigten.“

Die Gewerkschaft ver.di fordert für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit über die nächsten zwölf Monate. Zudem verlangt ver.di für die Auszubildenden und Dual-Studierenden eine Lohnerhöhung um 90 Euro, darüber hinaus soll die Postzulage für die verbeamteten Post-Beschäftigten fortgeschrieben werden.


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