Während der erste Corona-Welle im März/April galten sie als Held:innen: die Mitarbeiter:innen in Krankenhäusern. Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland steigen nun wieder die Zahlen der Corona-Infizierten, die Regierungen verschärfen die Maßnahmen und das Gesundheitspersonal muss sich auf eine neue Belastungsprobe einstellen. Doch Beschäftigte im Gesundheitssektor in beiden Ländern machen trotzdem mobil und bestreiken ihre Arbeit.

Für den heutigen Donnerstag haben französische Gewerkschaften, darunter die CGT, zu Streiks im Gesundheitssektor aufgerufen. Sie fordern insbesondere massiv mehr Einstellungen, die Eröffnung von weiteren Betten in Krankenhäusern und eine Erhöhung der Löhne. In mehreren französischen Städten kam es zu Demonstrationen.

Aufgrund der sich abzeichnenden zweiten Corona-Welle zeigt sich Edouard Gloannec, Sekretär der Gewerkschaft Sud Santé Gard-Lozère, sehr besorgt: „Es ist nicht normal, dass uns nach der Krise, in der Masken-Mangel herrschte im Krankenhaus, heute gesagt wird, dass wir keine Handschuhe für die Versorgung haben“.

Die Welt nach der ersten Welle sehe nun „leider aus wie die Welt zuvor, sowohl in seiner Art, sie zu verwalten als auch in dem Mangel an Geldern für das öffentliche Krankenhaus“, so der Gewerkschafter.

Die Bevölkerung, die das Krankenhauspersonal unterstützen möchte, ermutigt die CGT, sich am Donnerstag in Weiß zu kleiden oder „ein weißes Tuch auf ihren Balkon oder in ihr Auto zu legen, ein bisschen wie gelbe Westen“.

Streiks auch in Deutschland

Schon gestern hatten auch in Deutschland Arbeiter:innen an staatlichen Kliniken gestreikt. In NRW waren etwa 50 kommunale Krankenhäuser von den Streiks betroffen – darunter bereits die Kölner Kliniken und auch die Krankenhäuser des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe in Dortmund, Lippstadt, Marl und Herten. Auch in Nürnberg und München kam es zu Streiks, die teilweise heute weitergeführt werden.

Nach Angaben von ver.di ließen in NRW landesweit 14.000 Beschäftigte ihre Arbeit ruhen, auch in Sparkassen, Stadtwerken und Jobcentern. Rund 2.500 Teilnehmer seien bei einer Kundgebung an der Deutzer Werft in Köln zusammen gekommen.

Mit ihrer Arbeitsniederlegung zeigten die Streikenden, „dass sie dringend ein Angebot der Arbeitgeberseite erwarten“, erklärte dazu ver.di-Landesbezirksleiterin Gabriele Schmidt. „Es wird immer deutlicher, dass auf das Klatschen nichts folgen wird.


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