In einem Essener Berufskolleg sind die Schüler:innen seit Montag in einen unbefristeten Schulstreik getreten. Sie fordern bessere Corona-Schutzmaßnahmen, die ihnen ermöglichen, sicher und ohne Angst zur Schule gehen zu können.

Die Schüler:innen des Hugo-Kükelhaus-Berufskollegs im Essener Südviertel sind im Streik. Sie wollen die unzureichenden Hygienemaßnahmen, die sie jeden Tag für viele Stunden einem hohen Infektionsrisiko aussetzen, nicht weiter hinnehmen.

„Während Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler Tag für Tag über Stunden auf engem Raum zusammen sitzen, ohne eine Lüftungsanlage und ohne die Möglichkeit, ausreichend Abstand zu halten, werden außerhalb von Schulen die Maßnahmen verschärft. Im öffentlichen Raum greift das Prinzip Verantwortung. Warum nicht in Schulen?“, so schreibt die Schüler:innenvertretung des Berufskollegs in ihrem Aufruf zum Streik.

Konkret fordern die Schüler:innen unter anderem die Halbierung der Klassen, mehr Abstand in den Schulräumen, eine Stärkung der Medienkompetenz bei Schüler:innen und Lehrer:innen sowie die Reduzierung der Menschenmassen im öffentlichen Personennahverkehr.

Als Sofortmaßnahme schlagen die Schüler:innen die sofortige Einführung des Hybrid-Unterrichts vor. Dabei sollen alle Klassen in zwei Gruppen geteilt werden und im Wechsel je eine Woche Präsenz-Unterricht und eine Woche Unterricht zu Hause erhalten.

Auf sozialen Medien bekamen die Schüler:innen starken Zuspruch für ihren Streik. Auch zahlreiche Medien berichteten bereits darüber. Die Schüler:innen rufen unterdessen auch alle anderen Berufskollegs und weiterführenden Schulen dazu auf, sich dem Streik anzuschließen.

Zumindest einen Erfolg konnte der Streik bereits verbuchen: die Ruhrbahn GmbH hat auf die Kritik der überfüllten Busse und Bahnen reagiert und setzt ab sofort auf bestimmten Linien zusätzliche Fahrzeuge ein.


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