Im argentinischen Mendoza sind die Proteste nach einem brutalen Frauenmord explodiert. So wurde am vergangenen Freitag ein Regierungsgebäude nach einer massenhaften Demonstration mit Steinen angegriffen und anschließend angezündet. Zuvor war die Leiche einer 14-jährigen gefunden worden, die seit etwa einer Woche gesucht wurde. Dringend tatverdächtig ist ein 33-jähriger.

Es war der 12. Dezember als die 14-jährige Florencia Romano im argentinischen Mendoza verschwand. Zuvor war sie bei einem erwachsenen Paar zu Besuch gewesen, welches sie über Instagram kennengelernt hatte. Dort ist es offenbar zu einem sexualisierten Übergriff durch den 33-jährigen Pablo Ramón Arancibia gekommen, seine 27-jährige Freundin soll sich zu dem Zeitpunkt nicht in der Wohnung aufgehalten haben.

Ein Nachbar hörte schreie und wählte den Polizeinotruf. In dem mittlerweile veröffentlichten Gespräch berichtet dieser über die „häusliche Gewalt“ und den genauen Ort des Angriffs. Die Telefonistin muss jedoch mehrfach nachfragen. Als der Notrufende sie dann fragt „sind sie eine Polizistin oder nicht?“, wünscht diese nur einen guten Abend und legt auf.

Am vergangenen Freitag wurde dann die Leiche von Florencia Romano eingewickelt in ein Tuch in einem Graben etwa 3 Kilometer vom Haus des beschuldigten Paares entfernt gefunden. Daraufhin kam es zu spontanen Protesten zu denen unter anderem das Netzwerk „Ni Una Menos Mendoza“ aufrief.

Die Proteste standen unter den Mottos #HartaQueNosMaten („Wir haben es satt ermordet zu werden“) und #ElEstadoEsResponsable („Der Staat ist verantwortlich“). Neben dem Frauenmord hatte besonders die fehlende Reaktion der Polizei für Empörung gesorgt.

Die Demonstration zog bis zum lokalen Regierungsgebäude, wo dieses mit Steinen angegriffen wurde. Zudem wurden Brandsätze hineingeworfen, sodass es Feuer fing. Im Hintergrund sind währenddessen Trommel und Frauenparolen zu hören.


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