Die internationalen Spannungen wachsen – und das führt auch zu immer höheren Militärausgaben. Die größten Rüstungsschmieden der Welt können sich dabei über Umsatzzuwächse freuen. Der Umsatz mit Waffen und Militärdienstleistungen der 25 größten Unternehmen des Sektors belief sich 2019 auf 361 Milliarden US-Dollar, 8,5 Prozent mehr als 2018.

Dies geht aus neuen Daten hervor, die heute vom Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstitut (SIPRI) veröffentlicht wurden. Neunzehn der 25 größten Rüstungsunternehmen steigerten 2019 ihre Waffenverkäufe im Vergleich zu 2018.

Nach wie vor dominieren US-Unternehmen

Der größte absolute Anstieg der Waffeneinnahmen wurde von Lockheed Martin verzeichnet: 5,1 Milliarden US-Dollar, was real 11 Prozent entspricht.

Im Jahr 2019 waren die fünf größten Rüstungsunternehmen in den USA ansässig: Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics. Diese fünf verzeichneten zusammen einen jährlichen Waffenumsatz von 166 Milliarden US-Dollar.

Insgesamt erscheinen 12 US-Unternehmen im Jahr 2019 in den Top 25, was 61 Prozent der kombinierten Waffenverkäufe der Top 25 entspricht.

Chinesische Unternehmen steigen auf

Nach den USA hatte China mit 16 Prozent den zweitgrößten Anteil an den Waffenverkäufen der 25 größten Waffenunternehmen im Jahr 2019.

Zu den Top 25 gehören auch vier chinesische Unternehmen. Drei gehören zu den Top 10: die Aviation Industry Corporation in China (AVIC; Rang 6), die China Electronics Technology Group Corporation (CETC; Rang 8) und die China North Industries Group Corporation (NORINCO; Rang 9).

Der kombinierte Umsatz der vier chinesischen Unternehmen in den Top 25, zu denen auch die China South Industries Group Corporation (CSGC; Rang 24) gehört, stieg zwischen 2018 und 2019 um 4,8 Prozent.

Über den Anstieg der Waffenverkäufe chinesischer Unternehmen sagte SIPRI-Seniorforscher Nan Tian: „Chinesische Waffenunternehmen profitieren von militärischen Modernisierungsprogrammen für die Volksbefreiungsarmee“.

Unternehmen aus Russland steigen ab

Die Einnahmen der beiden russischen Unternehmen in den Top 25 – Almaz-Antey und United Shipbuilding – gingen zwischen 2018 und 2019 um insgesamt 634 Millionen US-Dollar zurück. Ein drittes russisches Unternehmen, United Aircraft, verlor 1,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und fiel 2019 aus den Top 25 aus. Die beiden russischen Unternehmen im Ranking machten 3,9 Prozent aus.

Unternehmen aus Westasien in den Top 25

Zum ersten Mal erscheint ein Unternehmen aus Westasien in den Top 25. EDGE mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wurde 2019 aus dem Zusammenschluss von mehr als 25 kleineren Unternehmen gegründet. Es rangiert auf Platz 22 und machte 1,3 Prozent des gesamten Waffenverkaufs der Top 25 aus.

„EDGE ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Kombination der hohen nationalen Nachfrage nach militärischen Produkten und Dienstleistungen mit dem Wunsch, weniger abhängig von ausländischen Lieferanten zu werden, das Wachstum von Rüstungsunternehmen im Nahen Osten antreibt“, sagte Pieter Wezeman, Senior Researcher bei der SIPRI-Programm für Waffen und Militärausgaben.

Und Westeuropa?

Die sechs westeuropäischen Unternehmen unter den Top 25 machten zusammen 18 Prozent aus. Dazu gehören unter anderem Finmeccanica (Italien), Thales (Frankreich) und Rolls-Royce (Vereinigtes Königreich). Das größte westeuropäische Unternehmen bleibt nach Umsatz der deutsch-französisch-spanische Konzern Airbus.

Ein hauptsächlich deutsches Unternehmen ist nicht unter den Top 25. Im Jahr 2016 hatte es der Düsseldorfer Konzern Rheinmetall noch in die Liste geschafft.

Internationale Produktion und Lieferketten.

Der Bericht befasst sich auch mit der internationalen Präsenz der 15 größten Rüstungsunternehmen im Jahr 2019. Diese Unternehmen sind in mehr als 49 Ländern über mehrheitliche Tochtergesellschaften, Joint Ventures und Forschungseinrichtungen vertreten.

Mit einer globalen Präsenz in jeweils 24 Ländern sind Thales und Airbus die beiden am stärksten internationalisierten Unternehmen – dicht gefolgt von Boeing (21 Länder), Leonardo (21 Länder) und Lockheed Martin (19 Länder).

Das Vereinigte Königreich, Australien, die USA, Kanada und Deutschland beherbergen die meisten dieser ausländischen Unternehmen.


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