In der kommenden Woche startet der dritte Prozess gegen die Terrorgruppe „Gruppe Freital“. Die Angeklagten sollen unter anderem Sprengstoffanschläge durchgeführt oder unterstützt haben.

Am kommenden Dienstag soll der nun dritte Prozess gegen die rechte Terrorgruppe „Gruppe Freital“ beginnen. Auf der Anklagebank sitzen zwei Männer und eine Frau. Für den Prozess sind neun Verhandlungstage angesetzt, die bis Mitte März stattfinden werden.

Vorgeworfen wird den Rechtsterrorist:innen eine Reihe von schweren Straftaten. Dabei geht es um ihre Beteiligung an einem Angriff auf ein alternatives Wohnprojekt in Dresden, das sich gegen Rassismus und für die Rechte von Geflüchteten engagierte und weitere Sprengstoffexplosionen, Sachbeschädigung und gefährliche Körperverletzung.

Das Urteil im zweiten Prozess gegen die Gruppe Freital wird voraussichtlich im Februar gesprochen. Die Urteilsverkündung ist für den 4.02.2021 angesetzt.

Wer ist die Gruppe Freital?

Die Gruppe Freital ist eine rechte Terrorgruppe aus Freital bei Dresden. Sie verübte zahlreiche Sprengstoffanschläge auf Ausländer:innen, Asylunterkünfte und auf Menschen, die sich für Geflüchtete einsetzten.

Unter anderem wird ihnen der Anschlag auf das Auto eines Linken-Stadtrats und das Parteibüro der Partei Die Linke in Freital zugerechnet.

Einen weiteren Anschlag verübte die Gruppe auf das linke Wohnprojekt „Mangelwirtschaft“ in Dresden. Dort schlugen sie die Fenster ein und warfen kleinere Sprengstoffkörper in die Räume. Laut der Zeitung DIE ZEIT hätten die Täter erwartet, dass die Hausbewohner daraufhin fliehen würden. Daher platzierten die Rechtsterrorist:innen an der Hintertür zwei weitere, mit Buttersäure präparierte Sprengsätze. Einer der Sprengsätze explodierte.

Laut den Behörden handelte es sich bei dem Anschlag um eine militärisch geplante und vorbereitete Tat. Neben zwei angreifenden Gruppen gab es ein Fluchtfahrzeug mit Fahrer und an der Tat nicht beteiligte Sprengstoff-Beschaffer.

Bei den Ermittlungen gegen die Gruppe Freital gibt es Hinweise, dass sie von Beamten der Bereitschaftspolizei Sachsen über bevorstehende Einsätze und Durchsuchungen gewarnt wurden. Darüber hinaus warf das Handeln der Ermittlungsbehörden einige Fragen auf, die noch immer nicht geklärt wurden.


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