Schulpolitik ist zu Corona-Zeiten wieder in aller Munde. Ein neu gegründetes Bündnis greift das auf. „Für Gerechte Bildung“ ruft am 26. Februar zu Aktionen für sichere Schulen und ein gerechteres Bildungssystem auf.

Die Bildungspolitik agiert zu Corona-Zeiten noch chaotischer als ohnehin schon. Die Schüler:innen wurden in diesem Schuljahr zwischen katastrophalem Homeschooling mit sehr ungleichen Startbedingungen und einem Präsenzunterricht mit wenigen Hygienevorkehrungen hin und her geschickt.

Ein systematisches und einheitliches Vorgehen gab es dabei nicht. So hat man sich auch in den letzten Bund-Länder-Beratungen am vergangenen Mittwoch nur wieder darauf einigen können, jedes Bundesland einzeln entscheiden zu lassen.

Bei einer solchen Schulpolitik bleiben vor allem Schüler:innen, aber auch Lehrer:innen und Eltern auf der Strecke. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte es deshalb immer wieder vereinzelte Protestaktionen und Schulstreiks gegeben, zum Beispiel in Essen und Nürnberg.

Das neu gegründete Bündnis „Für Gerechte Bildung“ ruft nun zu einem bundesweiten Aktionstag am 26. Februar gegen die aktuelle Schulpolitik auf. Darin sind verschiedene politische Jugendorganisationen und Schüler:inneninitiativen vereinigt, darunter die „Internationale Jugend“, „Revolution“ und „Für sichere Schulen 79“ aus Freiburg.

In seinen Forderungen geht das Bündnis auf die aktuelle Corona-Situation ein und verlangt unter anderem Luftfilteranlagen für Schulen, bessere Hygienekonzepte, psychische und soziale Unterstützung für Schüler:innen im Homeschooling sowie kostenfreie digitale Ausstattung und Nachhilfe in den Stadtteilen.

Eine weitere Forderung ist die garantierte Übernahme von Auszubildenden.

Darüber hinaus möchte die Initiative „ Für Gerechte Bildung“ auch das zugrunde liegende Schulsystem, das diese Situation zu verantworten hat, verbessern: Sie fordert eine Demokratisierung des Bildungssystems, ebenso wie eine flächendeckende Rückkehr zu G9 und verringerte Klassengrößen.

Die Aktionen in den verschiedensten Städten Deutschlands werden auf Social Media unter dem Hashtag #FürGerechteBildung zu finden sein.


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