In verschiedenen Städten Deutschlands sind gestern Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern auf die Straße gegangen, um gegen die Schulpolitik in der Pandemie zu protestieren. In einigen Orten „bestreikten“ Schüler:innen den Unterricht, um auf die unzureichenden Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen aufmerksam zu machen.

Aufgerufen hatte das Bündnis „#FürGerechteBildung“, in dem Schüler:innen-, Eltern, und Lehrer:innen-Initiativen sowie politische Jugendorganisationen aktiv sind.
Es kam zu Kundgebungen und Aktionen in Berlin, Bremen, Dresden, Frankenberg (Eder), Freiburg, Kassel, Köln, Marburg, München und Trier. An den Protestaktionen nahmen jeweils viele dutzend Personen teil. Einige fanden auch vormittags zur Schulzeit statt. Zudem gab es kreative Aktionen in kleineren Orten wie Cottbus oder dem Rhein-Sieg-Kreis. 
„Heute haben wir trotz Lockdown einen hoffnungsvollen Startpunkt für weitere Schüler:innenproteste gesetzt. Uns reichts!“, erklärte dazu Jens Seyfarth (19), Pressesprecher des Bündnisses. 
„Die Linie der Bundesregierung in der Pandemiebekämpfung ist offensichtlich: Während für große Konzerne alles getan wird, ist man bei der Bildung langsam, verantwortungslos und knauserig.“, so Marina Rombach (16) aus der Umgebung von Freiburg, die heute auch auf der Straße mit dabei war. 
„Es benötigt massive Investitionen in Luftfilteranlagen, Schnelltests sowie Entzerrung bei den Klausuren durch Durchschnittsabschlüsse“, forderte die Pressesprecherin des Zusammenschlusses „#FürGerechteBildung“ weiter.
Das Bündnis mahnt zudem eine grundlegende Änderung der Schulpolitik auf Dauer: Es bedürfe garantierter Übernahmen für Auszubildende, mehr Personals und kleinerer Klassen, einer flächendeckenden Rückkehr zu G9 und eines Schulsystems, in dem Schüler:innen wirklich mitentscheiden könnten. 

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