Am Freitag jährt sich das faschistische Attentat vom 19. Februar 2020 zum ersten Mal. Aus diesem Grund sind in ganz Deutschland bereits über 60 Kundgebungen angekündigt. Zudem veröffentlicht die Betroffenen-Initiative ein Video mit eigenen Recherchen zu Hintergründen der staatlichen Rolle vor, während und nach dem Anschlag.

Am 19. Februar 2020 ermordete ein Rechtsterrorist neun Menschen aus rassistischen Motiven. In Gedenken an Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Kaloyan Velkov, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun finden deshalb in ganz Deutschland rund um den Jahrestag verschiedene Aktionen statt.

Über 60 Kundgebungen und Demonstrationen listet die „Initiative 19. Februar“ bereits auf ihrer Website. In großen Städten wie Hamburg oder Berlin sind gleich mehrere Kundgebungen angekündigt. Doch auch in kleinen Orten wie Greiz in Thüringen oder Butzbach in Hessen sind Aktionen geplant. Die meisten finden am 19. Februar selbst statt, einige auch einen Tag davor oder danach.

Am Sonntag veröffentliche zudem die „Initiative 19. Februar“ ein über einstündiges Video, in dem sie ihre eigenen Recherchen zu den Hintergründen des Anschlags veröffentlicht.

Dort geht sie unter anderem auf den legalen Waffenbesitz des Täters, sowie seine wirren Anzeigen ein – ebenso auf eine schwer erreichbare Notrufnummer, einen versperrten Notausgang und „unerklärliche Abläufe der Polizei am Täterhaus“ am Tag des Anschlags. Auch kritisiert sie die fehlende Aufklärung und das Abwiegeln schon der Möglichkeit eines rechten Motivs im Anschluss.

Im Video spricht Newroz Duman – Sprecherin der Initiative und 2002 als Kurdin selbst geflüchtet – davon, dass die Bewegung bislang nahezu keine Konsequenzen erkennen könne. Ihr Ziel sei es, mit öffentlicher Anklage und Druck eine „Zäsur von unten zu erzwingen.“


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.