Im Streit um einen Tarifvertrag haben die Arbeiter:innen des Kabelwerks Meißen bereits mehrfach gestreikt. Schon seit 11 Jahren fordern sie eine Lohnerhöhung. Nun lenkt die Gewerkschaft ein, als das Unternehmen eine Einmalzahlung von 75 Euro in Aussicht stellt und gesprächsbereit ist für einen Haustarifvertrag.

Mitten in einer der schwersten Wirtschaftskrisen, die Millionen in Kurzarbeit brachte und die Reallöhne weiter sinken ließ, einigten sich die IG Metall und die Kapitalseite Kabelwerk Meißen darauf, einen Haustarifvertrag zu vereinbaren. Dieser sieht vor, dass auf weitere Arbeitskämpfe verzichtet wird und es eine einmalige Zahlung von gerade einmal 75 Euro gibt.

Seitens der IG-Metall wird dies als ein Erfolg gefeiert, so behauptet Willi Eisele, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Riesa: „Diese Vereinbarung ist ein erster wichtiger Schritt zum Abschluss des geforderten Haustarifvertrags und zeigt, dass das Unternehmen endlich Verantwortung für die berechtigten Forderungen der IG Metall-Mitglieder übernimmt“.

Er machte jedoch auch deutlich, nicht noch weitere Einbußen zuzulassen und versuchte, seine Haltung damit zu wahren, dass das Streiklokal noch nicht abgebaut werde. So sei man sofort zu einem Erzwingungstreik bereit, wenn es eine Rolle rückwärts geben sollte und obige Forderungen nicht erfüllt würden.

Schon seit Ende 2020 haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Meißner Kabelwerkes des Öfteren gestreikt und ihre Arbeit niedergelegt, um einen neuen Tarifvertrag zu erreichen. Auf insgesamt sieben Warnstreiks folgte ein unbefristeter. Nach Angaben der streikenden Arbeiter:innen wird im Werk schon seit 11 Jahren eine Lohnerhöhung gefordert.

Seitens der Geschäftsführung ging man ihrerseits zum Angriff gegen die Arbeiter:innenlöhne vor. So lehnte das Unternehmen nicht nur bisherige Lohnerhöhungen mit dem Argument der „wirtschaftlich angespannten Situation“ ab, sondern kündigte außerdem den bis 2017 geltenden Tarifvertrag auf.


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