Die Verschuldung aller Staaten, Unternehmen und Privathaushalte der Welt ist Ende 2020 auf mehr als das Dreieinhalbfache der jährlichen Weltwirtschaftsleistung gestiegen. Angesichts von Weltwirtschaftskrise und Pandemie rechnen Ökonom:innen mit einem weiteren Anstieg der globalen Kredite in 2021.

Die weltweite Verschuldung hat im Jahr 2020 einen neuen Rekordstand erreicht. Wie die Wirtschaftsnachrichtenseite Bloomberg berichtet, lag die Summe aller Kredite Ende 2020 bei 281 Billionen Dollar. Damit entsprach sie mehr als 355 Prozent des Weltbruttoinlandsprodukts, also der Wertsumme aller während eines Jahres auf der Welt produzierten Waren und Dienstleistungen.

Die Verschuldung von Staaten, Unternehmen und Privatpersonen sei demnach im Krisenjahr 2020 um 24 Billionen Dollar gestiegen. Um die Krise einzudämmen, hatten vor allem die großen kapitalistischen Staaten Finanzpakete von historischem Ausmaß aufgelegt. Für Deutschland werden die in 2020 angefallenen Kosten durch Wirtschaftskrise und Corona auf 1,3 Billionen Euro geschätzt. In diesem Betrag sind allerdings auch gut 826 Milliarden Euro an Garantien enthalten, die Bund und Länder für hiesige Unternehmen abgegeben haben.

Ökonom:innen erwarten, dass die Ausweitung der Kredite auch im Jahr 2021 anhält. Wie der Nachhaltigkeitsforscher Emre Tiftik und der Wirtschaftswissenschaflter Khadija Mahmood gegenüber Bloomberg äußerten, hätten Privathaushalte, Unternehmen und Staaten kaum eine andere Wahl, als sich weiter Geld zu leihen.

Das „International Institute of Finance“ (IIF) geht davon aus, dass allein die Gruppe der Staaten mit hohem Haushaltsdefizit in diesem Jahr weitere 10 Billionen Dollar an Krediten aufnehmen müsse, um in der Krisen-Gemenge-Lage unpopuläre Ausgabenkürzungen zu vermeiden. Aus den Daten des IIF gehe hervor, dass unter den sogenannten „Schwellenländern“ China das Land war, dessen Verschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr am stärksten angestiegen sei.

Dahinter hätten die Türkei, Südkorea und die Vereinigten Arabischen Emirate gelegen. Ein weltweiter Trend sei außerdem, dass Firmen außerhalb des Finanzsektors, wie z.B. Industrieunternehmen, in eine immer stärkere Abhängigkeit von Staatshilfen gerieten.


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