Über 105 Arbeiter:innen verschiedener Unternehmen haben sich auf der „Lürssen-Werft“ in Bremen mit der britischen Corona-Mutante angesteckt. Der Schiffsbaukonzern „Fr. Lürssen Werft GmbH & Co. KG“ lässt dort Kriegsschiffe und Yachten produzieren. Auch nach dem Ausbruch darf die Produktion weitergehen.

Auf der deutschen Lürssen-Werft am Standort Bremen-Aumund ist es zu einem größerem Corona-Ausbruch gekommen. Davon betroffen sind bisher 105 Mitarbeiter:innen mehrerer Unternehmen, die auf der Werft tätig sind, wie butenundbinnen.de berichtet. Zuvor war die Rede von einer mittleren zweistelligen Zahl Mitarbeiter eines griechischen Subunternehmers. Das Bremer Gesundheitsamt hatte zur Vorsicht 1.060 Menschen testen lassen, jede zehnte Personen hatte sich offenbar infiziert – und zwar mit der britischen Corona-Mutation.

Die Personen kommen aus verschiedenen Kreisen, auch außerhalb von Bremen: „Zwölf der positiven Beschäftigten leben in der Stadt Bremen, 52 im Landkreis Wesermarsch und 21 in Bremerhaven“, hieß es aus dem Gesundheitsressort in Bremen. Die 20 weiteren Betroffenen leben demnach in anderen Landkreisen. Alle positiv getesteten Beschäftigten befinden sich wohl in Quarantäne.

Betrieb läuft weiter

Auch die Lürssen-Werft selbst bestätigte inzwischen den Ausbruch. Doch obgleich es zu einer Massenansteckung kam, wird der Bau von Kriegsschiffen und Luxusjachten nicht gestoppt: „Der Werftbetrieb wird unter Einhaltung unserer Präventionsmaßnahmen und im Rahmen unseres Hygienekonzepts fortgeführt“, heißt es in einer Mitteilung.

Das Unternehmen wird in vierter Generation geführt, derzeit von den Vettern Peter und Friedrich Lürßen. Schon im ersten und zweiten Weltkrieg produzierte es Schnellbote, unter anderem für die deutsche Wehrmacht. Das Unternehmen baut heute Kriegsschiffe bis zur Fregatten-Größe für die Deutsche Marine und für Streitkräfte in aller Welt, so zum Beispiel Patrouillen-Boote für Saudi-Arabien.


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