NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigt sich zufrieden mit weiter stark ansteigenden Ausgaben für Militär und Aufrüstung. Weder die anhaltende Wirtschaftskrise noch die Corona-Pandemie konnten den starken Aufrüstungstrend bremsen.

„Trotz der wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 war 2020 das sechste Jahr in Folge, in dem die Verteidigungsausgaben in den europäischen Bündnisstaaten und in Kanada gestiegen sind“, so stellte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg zufrieden die aktuellen Aufrüstungszahlen des Militärbündnisses vor. Stoltenberg erwartet auch im laufenden Jahr weiter deutlich steigende Militärausgaben durch die Mitgliedsländer der NATO.

Laut dem Bericht gaben die europäischen Bündnisstaaten und Kanada 2020 rund 3,9 Prozent mehr für ihr Militär und die Anschaffung neuer Waffen aus als im Vorjahr. Die Bundesrepublik steigerte ihre Ausgaben demnach sogar um 8,4 Prozent und erreichte damit das Niveau des NATO-Standards von 51,6 Milliarden Euro.

Durch den starken Rückgang der Wirtschaftsleistung, im Zusammenhang mit der anhaltenden Wirtschaftskrise, der Corona-Pandemie und den Auswirkungen auf die Wirtschaft haben im vergangenen Jahr erstmals neben den USA zehn weitere NATO-Staaten das von den USA verlangte Zwei-Prozent-Ziel erreicht. Die NATO-Staaten hatten sich verpflichtet, zukünftig mindestens zwei Prozent ihres jährlichen Brutto Inlandsprodukts für ihr Militär auszugeben.

Aus die Slowakei, Griechenland, Großbritannien, Rumänien, Polen, Frankreich, Norwegen sowie Estland, Lettland und Litauen erreichten – aufgrund starker Wirtschaftseinbrüche – die statistische Zielmarke. Die Militärausgaben in Deutschland erreichten eine Quote von rund 1,56 Prozent. Und das trotz einer Steigerung der Militärausgaben knapp 35 Prozent in den letzten sechs Jahren. Noch weiter von der Zielmarke entfernt sind zum Beispiel Länder wie Spanien mit 1,2 Prozent, Belgien mit 1,1 Prozent und Luxemburg mit nur 0,6 Prozent.

Die USA geben nicht nur nach wie vor den Ton in dem Militärbündnis an, sondern auch mit gigantischem Abstand am meisten Geld für ihr Militär aus. Mit rund 658 Milliarden Euro investierten sie im vergangenen Jahr rund 2,4 Mal so viel Geld in das eigene Militär und Aufrüstungsprojekte wie alle anderen 29 NATO-Länder zusammen. Mit rund 3,7 Prozent verzeichnen sie mit Abstand auch den höchsten Anteil der Verteidigungsausgaben an der nationalen Wirtschaftsleistung.


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