Über 25 Prozent der Erwachsenen in Deutschland kommen finanziell nur knapp über die Runden. Mehr als sechs Prozent müssen beim Essen sparen. Unter Erwerbslosen ist es fast jede:r Dritte. Das ergeben Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Schon frühere Studien warnten vor einem flächendeckenden Anstieg der Armut in Deutschland.

Armut ist in Deutschland ein weit verbreitetes Phänomen. Diese Feststellung ergibt sich aus einer Datenübersicht des Statistischen Bundesamtes, über die zuerst die Saarbrücker Zeitung berichtet hat. Mehr als jede:r vierte Erwachsene komme demnach finanziell nur schwer über die Runden.

Über 27 Prozent der über 16-Jährigen hätten sich im Jahr 2019 keine unerwarteten Ausgaben in Höhe von 1.100 Euro leisten können – dem für das fragliche Jahr maßgeblichen Schwellenwert für die Armutsgefährdung. Die Daten hatte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linkspartei, Sabine Zimmermann, bei der Statistikbehörde angefordert.

Knapp 4,4 Millionen Menschen hätten sich 2019 zudem nur jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten können, was einem Anteil von 6,3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung entspricht. Unter den Erwerbslosen habe dieser Anteil sogar bei 31,7 Prozent gelegen und sei damit gegenüber dem Vorjahr (30,3 Prozent) gestiegen.

Bereits im November des vergangenen Jahres hatte der „Paritätische Wohlfahrtsverband“ auf eine historische Armutsquote in Deutschland hingewiesen. Diese lag mit 15,9 Prozent auf dem größten gemessenen Wert seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. 13,2 Millionen Menschen fielen demnach unter die Armutsgrenze. Der Anstieg der Armut sei zudem ein flächendeckendes Phänomen. Angesichts der Corona-Pandemie warnte der Paritätische Wohlfahrtsverband vor einem noch drastischeren Anstieg der Armut.

Armut in Deutschland steigt auf Höchststand seit der Wiedervereinigung


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