Viele Geflüchtete kommen in Europa zunächst in Griechenland an. Deutsche Gerichte hatten Rückführungen dorthin in der Vergangenheit wegen der schlechten Lebensumstände mehrfach verhindert. Die Bundesregierung will das nun ändern.

Wie verschiedene Medien unter Berufung auf die Welt am Sonntag berichten, hat die Bundesregierung der Regierung Griechenlands finanzielle Unterstützung bei der Versorgung von Geflüchteten angeboten. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte, sei allerdings noch offen, ob das Angebot in Athen angenommen werde.

Hintergrund ist die sogenannte „Dublin-Verordnung“, nach welcher Geflüchtete in dem Land in Europa bleiben sollen, in dem sie ankommen. Dennoch haben nach Angaben des Ministeriums allein im ersten Quartal dieses Jahres 2.900 Geflüchtete einen Asylantrag in Deutschland gestellt, die bereits in Griechenland einen ausgefüllt haben.

In vielen solcher Fälle hatten deutsche Verwaltungsgerichte eine Abschiebung nach Griechenland abgelehnt, da die dortigen Zustände in den Geflüchtetenlagern nicht zumutbar seien. Dennoch hat die BRD allein in den ersten drei Monaten diesen Jahres 2.100 Übernahme-Ersuchen an Griechenland gestellt.

Um solche Entscheidungen zu verhindern will die Bundesregierung nun finanzielle Unterstützung an Griechenland richten. Angeblich sollen dadurch die Situation der Menschen in den Lagern und ihre Versorgung verbessert werden. Dabei ist allerdings noch nicht klar, wie viel Geld Deutschland ausgeben möchte, um sich in Zukunft gegen noch mehr Geflüchtete abschotten zu können.


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