In Aachen und Berlin fanden heute erneut „Querdenken“-Proteste statt. In Aachen kam nicht einmal die Hälfte der erwarteten Teilnehmer:innen und der Gegenprotest war lautstark. In Berlin versuchte die Polizei vergeblich, den Covid-Leugner:innen einen Weg durch Kreuzberg zu bahnen, doch linke Blockaden versperrten den Weg.

Die Organisator:innen der Querdenken-Demonstration in Berlin hatten sich für den heutigen Samstag eine Route durch Kreuzberg vorgenommen. Schon nach wenigen Metern mussten sie ihren Plan jedoch ändern, denn linke Blockaden versperrten ihnen den ganzen Nachmittag über den Weg.

Die Demonstrationsroute war gesäumt von Plakaten, auf denen Anwohner:innen zu Solidarität und Vernunft aufriefen. Gegen 15 Uhr kam die Demonstration auf dem Mehringdamm zum Stehen, als die Anzahl der Gegendemonstrant:innen diejenige der knapp 100 Querdenker:innen bei Weitem überstieg. Immer wieder versuchte die Polizei, Fahrradblockaden aufzulösen und kleine Barrikaden zu räumen. Dabei kam es zu Festnahmen von linken Demonstrant:innen.

Erst rund 40 Minuten später setzte sich die kleine Verschwörer:innen-Demonstration wieder in Gang. Sie wurde umgeleitet zum Platz der Luftbrücke, wo sie ebenfalls wieder von Gegendemonstrant:innen erwartet wurde. Wohl aus diesem Grund verzichteten deren Organisator:innen auf die angedachte Schlusskundgebung. Ein großes Polizeiaufgebot sicherte ihre Abreise, die von hunderten Gegendemonstrant:innen begleitet wurde. Mehrere Journalist:innen berichteten unterwegs von Übergriffen durch Querdenker:innen sowie Behinderung ihrer Arbeit durch Polizeikräfte.

Faschistische Vernetzung in Aachen

In Aachen versuchten rechte Pandemie-Leugner:innen schon am Freitagabend, mit einem Autokorso für ihre Demonstration zu werben. Rund 15 PKW fuhren durch Aachen, da der Treffpunkt nicht alle Interessierten erreicht hatte. Bereits diesen Autokorso begleitete ein Polizeigroßaufgebot.

Am Samstag nahmen statt der erwarteten 1.500 jedoch nur rund 500 Personen an der Auftaktkundgebung teil. Knapp 300 Gegendemonstrant:innen versammelten sich in nächster Nähe. Deren Demonstration hatte die Stadt verboten. Da es jedoch vier Kundgebungsorte gab, rechnete die Polizei offenbar mit umherziehenden Gruppen.

Auf dieser Auftaktkundgebung übten die Pandemie-Leugner:innen den sogenannten „Friedensgruß“, zu dem sie wahlweise eine oder beide offene Hände in die Luft reckten.

Unter den Teilnehmer:innen erkannten Aachener Antifaschist:innen einige Teilnehmer:innen von Neonazi-Demonstrationen wieder: Auch Max Otte, Teil der „Werteunion“ und zuvor Vorsitzender der AfD-nahen „Desiderius-Erasmus-Stiftung“, hatte einen Auftritt. Für besonderes Aufsehen sorgte die Inszenierung von Michael Ballweg selbst, der aus Stuttgart angereist war: Der Querdenken“Gründer trug provokant eine „FCK NZS“-Mütze und holte dann noch einen – vermeintlichen – Antifaschisten auf die Bühne, der den rechten Protest als antifaschistischen Widerstand deklarierte.


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