In mehr als 40 Städten haben gestern, am 150. Jahrestag der Aufnahme von Schwangerschaftsabbrüchen ins Strafgesetzbuch, Menschen für die ersatzlose Streichung des Paragraphen 218 protestiert. Sie fordern stattdessen einen legalen, sicheren Zugang zur Abtreibung als Eingriff der medizinischen Grundversorgung.

Rund um den Reichstag organisierten rund 300 Personen eine Menschenkette. Mit Flatterband mit dem Aufdruck „§218 abschaffen“ und zahlreichen Transparenten, Schildern und Parolen forderten die Teilnehmer:innen die ersatzlose Streichung des „Abtreibunsgparagraphen“.

Bundesweite Proteste am 15. Mai – Schwangerschaftsabbruch seit 150 Jahren im Strafgesetzbuch

Weitere Menschenketten gab es in Hamburg, München, Würzburg, Augsburg, Passau, Offenbach und Landshut. Kundgebungen mit unterschiedlichem Begleitprogramm fanden auch in Köln, Frankfurt (Main), Kassel, Wuppertal, Magdeburg, Heidelberg, Münster, Darmstadt, Flensburg und Karlsruhe statt. In Aachen, Dortmund, Cottbus, Koblenz und Mainz wurden Kleiderbügel in der Stadt verteilt.

“Die Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen im Strafgesetzbuch entmündigt Betroffene und verweigert ihnen eine würdevolle und selbstbestimmte Entscheidung. Dass sich in so kurzer Zeit über 40 Städte und so viele verschiedene Organisationen an unserer Kampagne beteiligt haben, zeigt deutlich, dass die aktuelle Lage in Deutschland im Jahre 2021 nicht mehr tragbar ist”, stellt Eva Kubitz, eine der Organisator*innen der Kampagne “150 Jahre Widerstand gegen §218 – Es reicht” fest.


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