Der Nordpol heizt sich weiter auf und verzeichnet immer neue Hitzerekorde. Am Rande der Arktis wurden in den vergangenen Tagen über 30 Grad Celsius gemessen.

In Petschora und im Gebiet Archangelsk, beide im Norden Russlands gelegen, kletterten die Temperaturen auf über 32 Grad Celsius und stellten damit die Messungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte in den Schatten. In Archangelsk beispielsweise wurden 1920 über 28 Grad registriert.

Die große Hitze in Russland lässt bereits im Mai die Gefahr von Waldbränden aufkommen. Seit Wochen sind Einsatzkräfte der Feuerwehr im Dauereinsatz. Zudem sind Überschwemmungen und das Auftauen der Permafrostböden eine große Gefahr, die durch den Klimawandel weiter verstärkt wird.

Polareis weiter im Rückgang

Die durchschnittliche Jahrestemperatur stieg in den letzten fünfzig Jahren in der Arktis um 3,1 Grad an – auf der Erde insgesamt um 1 Grad Celsius. Somit erwärmt sich die Arktis drei Mal schneller als der Rest des Planeten, was schwerste Folgen für die Umwelt haben wird.

Seit 1979 hat das Nordpolarmeer bereits eine Eisfläche in der Größe von Frankreich, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Tschechien, Österreich, der Schweiz und Italiens verloren. Der Verlust der Eisdecke durch längere Warmzeiten im Winter veranlasst die Anrainerländer der Arktis (Russland, Schweden, Kanada, Dänemark, USA, Finnland, Island), das Meer stärker zu  beschiffen und Rohstoffe abbauen. Dadurch sind arktische Gemeinschaften, Ökosysteme und Arten in ihrer Existenz bedroht. Verringerte Schneedecken und der Rückgang von Gletschern setzen zudem eingelagerte Schadstoffe frei. Auch Mikroplastik werde zu einem größerem Umweltproblem in der Arktis.

Währenddessen ist auf der anderen Seite des Planeten der weltgrößte Eisberg von der Antarktis abgebrochenen: „A-76“ treibt mit einer Größe von 4.250 Quadratkilometern vor der Küste des antarktischen Kontinents. Zum Vergleich, Mallorca ist 3.600 Quadratkilometer groß.


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