Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht aufgrund der sinkenden Infektionszahlen in vielen Teilen der Welt von einem starken Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2021 aus. Die Prognosen basieren jedoch darauf, dass weltweit schnell und massiv geimpft wird und es nicht zu einer erneuten weltweiten Infektionswelle kommt.

OECD hebt Prognosen an

Die OECD hebt damit erneut ihre Prognosen für das Jahr 2021 an. Noch im März war sie von einem Wirtschaftswachstum von 5,6 Prozent ausgegangen, nun sollen es mindestens 5,8 Prozent werden. Für das kommende Jahr 2022 nimmt sie ein Plus von 4,4 Prozent an. Das sind 0,4 Punkte mehr als bisher prognostiziert. Im vergangenen Jahr war die Weltwirtschaft aufgrund der anhaltenden Weltwirtschaftskrise und den Auswirkungen der Corona-Pandemie um 3,5 Prozent geschrumpft.

Auch für Deutschland geht die OECD aktuell von einem größeren Wachstum aus als bisher angenommen. Das Wirtschaftswachstum soll demnach im laufenden Jahr 3,3 Prozent erreichen. Das sind 0,3 Punkte mehr als bisher vorhergesagt. Für das kommende Jahr werden 4,4 Prozent erwartet, noch einmal 0,7 Punkte mehr als zunächst prognostiziert.

Wie zutreffend die Berechnungen und Prognosen der OECD in den kommenden Jahren sein werden, wird sich unterdessen noch zeigen müssen. Noch ist die Pandemie nicht überwunden und grassiert in vielen Ländern noch bedrohlich. Auch stecken viele Länder nach wie vor in einer tiefen Wirtschaftskrise. Diese kann auch durch eine beschleunigte Impfkampagne nicht überwunden werden, da sie in großen Teilen eine andere Ursache als das Virus und seine Auswirkungen hat.

Streit um globale Mindeststeuer

Seit Jahren verhandelt die OECD über eine weltweit einheitliche Mindeststeuer für große Konzerne. Nun soll es erneut zu Verzögerungen bei den Verhandlungen kommen. Eigentlich war eine Vereinbarung zu diesem Thema bereits Ende 2020 geplant, nun muss auch der erneute Termin verschoben werden. Neues Ziel ist nun Oktober 2021. Der Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer (G20), der Ende Oktober in Rom geplant ist, soll sich dann mit der endgültigen Abmachung beschäftigen.

Die Mindeststeuer für international tätige Unternehmen soll dem globalen Wettrennen um den niedrigsten Steuersatz ein Ende setzen und sogenannte Steueroasen trocken legen: „Wir haben einen Deal in Sicht. Hoffentlich wird es dieses Jahr passieren“, sagte der scheidende OECD-Generalsekretärs Angel Gurría. Ob es wirklich zu einer solchen Einigung kommen wird und welche Ausnahmen diese dann einschließt, wird sich erst noch zeigen müssen.


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