Gewinner der Krise: Mehr als 20 Millionen Menschen weltweit haben ein Vermögen von einer Million Dollar oder mehr. In Deutschland stieg die Zahl der Dollar-Millionär:innen auf 1,5 Millionen Menschen.

Jahr für Jahr steigt die Zahl der Menschen mit extrem großem Vermögen. Auch das Krisenjahr 2020 ändert daran nichts, im Gegenteil: Es war für die Reichsten der Reichen ausnahmslos lukrativ.

Aus den Daten des Beratungsunternehmens Capgemini geht hervor, dass im Corona-Krisenjahr die Marke von 20 Millionen Dollar-Millionär:innen zum ersten Mal überschritten wurde. Die Zahl der Menschen, die über ein anlagefähiges Vermögen von mindestens einer Million Dollar verfügen, stieg um 6,3 Prozent auf 20,8 Millionen. Laut Capgemini profitierten vermögende Privatleute vor allem von den heftigen Zuwächsen an den Aktienmärkten.

Deutschland gehört weiterhin zu den Ländern mit den meisten Reichen. Diese zweifelhafte Liste wird angeführt von den USA, gefolgt von Japan, Deutschland und China. In diesen 4 Ländern leben rund 63 Prozent aller Dollar-Millionär:innen der Welt.

Besonders profitierten die Superreichen mit einem Vermögen von mindesten 30 Millionen Dollar. Sie konnten ihr Vermögen um satte 9 Prozent vergrößern. Dabei wandten sie verschiedene Strategien zur Steuervermeidung an, wie wir in einem vorangegangenen Artikel erläutert haben. Die Reichsten der Reichen US-Amerikaner:innen kamen so auf einen wirklichen Steuersatz von gerade einmal 3 Prozent.

Auch in dem vom Freizeitlockdown gepeinigten Deutschland wurden die Reichen in der Krise reicher. Der Club der Millionäre wuchs demnach um 69.100 Personen oder 4,7 Prozent auf mehr als 1,5 Millionen. Das Gesamtvermögen stieg um 6,8 Prozent auf rund 5,85 Billionen Dollar.

Was das Beratungsunternehmen Capgemini nicht benennt, sind die tatsächlichen Quellen, aus denen die Superreichen ihr Vermögen schöpfen. Ihnen gegenüber stehen Milliarden Menschen, die gerade so über die Runden kommen und oft genug froh sind, überhaupt von Tag zu Tag überleben zu können.


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