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Donnerstag, Juli 25, 2024
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    Ressourcenmangel im Baugewerbe und Handwerk

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    Während die Coronazahlen immer weiter sinken und viele Betriebe aufatmen, weil staatliche Beschränkungen wegfallen, kommen nun mit dem Baugewerbe und Handwerk gerade die Branchen ins Schleudern, die bisher recht gut durch Pandemie und Wirtschaftskrise gekommen sind. Grund dafür ist ein bedrohlicher Mangel an Rohstoffen. Es droht ein Chaos auf den Baustellen.

    Benötigte Materialien wie Stahl, Holz, Dämmmaterial, Kabel und bald auch Schrauben werden seit Monaten immer teurer. Grund dafür ist ihre zunehmende Knappheit bei steigender Nachfrage auf dem Weltmarkt. Zudem sorgen Lieferengpässe schon jetzt für Chaos. Mittlerweile haben 43,9 Prozent der Hochbaufirmen in Deutschland Probleme, an das benötigte Material zu kommen. Im Tiefbau beklagen dies in den letzten Monaten schon 33,5 Prozent der Unternehmen.

    Die internationalen Lieferengpässe vor allem beim Rohstoff Holz sind schon lange kein Geheimnis mehr. Während in Deutschland wegen Schädlingen und Dürre viele Bäume gefällt werden müssen, wird dennoch das meiste Holz exportiert. Leidtragende werden in nächster Zeit vor allem die Arbeiter:innen in den Tischlereien und anderen holzverarbeitenden Betrieben sein. Wo es keinen Rohstoff gibt, wird es keine Arbeit geben. Schon jetzt drohen viele Geschäftsführer:innen ihren Arbeiter:innen mit Kurzarbeit.

    Einzig aufgrund der Verlässlichkeit zahlungskräftiger Kund:innen können sich die Firmen über Wasser halten: diese wollen ihre Baustellen fertig gestellt haben und sind dafür bereit, einen drei- bis fünffachen Aufschlag auf die zuvor verhandelten Holzpreise zu bezahlen. Allerdings erhalten einige Holzwerkstätten mittlerweile auch nicht mehr das qualitativ vereinbarte Holz und müssen sich entweder mit minderwertiger Ware zufrieden geben oder diese zurückweisen.

    Doch nicht nur die Holzindustrie bekommt die Rohstoff-Engpässe zu spüren: auch die Elektroindustrie verzeichnet gravierende Einschnitte. So muss das Material für die Verkabelung in Gebäuden viel genauer berechnet werden als zuvor. Im Klartext heißt das, dass es zuvor eine genaue Kalkulation der gebrauchten Menge geben muss. Diese Genauigkeit sei aber kaum einzuhalten, wie eine Elektrofachkraft gegenüber perspektive-online.net berichtete. Falls eine zu geringe Menge bestellt wurde, könne es eben sehr lange dauern, bis Nachschub komme. Die Geschäftsleitungen der Unternehmen beginnen mittlerweile schon mit Hamsterkäufen, um betriebsfähig zu bleiben.

    Noch haben viele Bau- und Handwerksbetriebe volle Auftragsbücher. Wenn die Rohstoffpreise jedoch weiter steigen und bestellte Waren und Dienstleistungen nicht erbracht werden können, könnte sich dies in der kommenden Zeit ändern.

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