Noch immer erkennt Amazon für sieben deutsche Standorte den Flächentarfivertrag nicht an. Die Gewerkschaft ver.di ruft daher zu einem mehrtägigen Streik beim Online-Riesen auf.

Es ist der dritte Streik binnen eines halben Jahres. Immer wieder versuchen die Gewerkschafter:innen damit Amazon unter Druck zu setzen, den Tarifvertrag anzuerkennen. Die Streiks werden systematisch an prägnanten Umsatztagen, wie Weihnachten oder Ostern durchgeführt. Beim jetzigen Streik soll der sogenannte „Prime Day“ bestreikt werden. Beim „Prime Day“ lockt Amazon mit Rabattaktionen die Kund:innen zum Einkaufen.

Die Beschäftigten sollen bundesweit an den Standorten Leipzig, Werne, Bad Hersfeld, Rheinberg, Koblenz und Graben ihre Arbeit niederlegen. Hierbei rechnet die Gewerkschaft mit einer Beteiligung von rund 300 Streikenden.

„Diese neun Wochen waren seelenzermürbend.“

Amazon gehört weltweit zu den Krisengewinnern und erwirtschaftete mehre Milliarden Euro Umsatz. „Die Gewinne fließen allein in die Taschen des Konzerns und seiner Shareholder, während den Beschäftigten weiterhin eine tarifvertragliche Entlohnung sowie gute und gesunde Arbeitsbedingungen verwehrt werden“, sagt Orhan Akman, Einzel- und Versandhandelsverantwortlicher der Gewerkschaft ver.di.

Ver.di aktuell in zweiter Tarifrunde

Im Tarifvertrag zum Einzel- und Versandhandel vertritt ver.di derzeit 5,1 Millionen Beschäftigte, die sich laut Gewerkschaft auf 429.000 Firmen verteilen. In den derzeit stockenden Tarifverhandlungen fordert ver.di 4,5 Prozent mehr Lohn, einen Zuschlag von 45 Euro pro Monat und einen Mindestlohn von 12,50 Euro pro Stunde. Amazon möchte diesen Stundenlohn erst im Herbst 2022 einführen. In dieser Zeit werden die Lebenshaltungskosten und die Inflation der Beschäftigten jedoch höher steigen.


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