Die fünfte Nacht in Folge sind die Menschen in der südwestlichen Region Khuzestan auf die Straße gegangen. Begonnen hatten die Proteste wegen Stromausfällen und der anhaltenden Wasserknappheit, doch nun wird immer mehr Kritik an der Regierung des Landes laut.

Seit nunmehr fünf Tagen gehen die Menschen in Khuzestan auf die Straße und protestieren. Laut einer BBC Persia Reporterin sind dabei bisher drei Protestierende von den Sicherheitskräften umgebracht worden. Die Regierung spricht von einem oder zwei Toten, die allerdings durch Aufrührer in den Reihen der Protestierenden getötet worden sein sollen.

Ihren Schwerpunkt haben die Proteste in der südwestlichen Region Khuzestan. Die Region verfügt über umfassende Ölvorkommen, allerdings leidet sie besonders unter der aktuellen Dürre. Wegen dem Ausbleiben des Regens kommt es zum einen zu Wasserknappheit und zum anderen zu Stromausfällen, da wesentlich weniger Strom aus Wasserkraft gewonnen werden kann.

Im Internet kursieren seither viele Fotos und Videos der Proteste. Man sieht große Menschenmassen bei Nacht durch die Straßen ziehen und Parolen rufen. Dazu hat der Gouverneur von Khuzestan gesagt, dass „die in den sozialen Netzwerken veröffentlichten Bilder Fälschungen waren und es keine Proteste gab“.

Auf Twitter werden auch Videos verbreitet, auf denen vermeintlich Spezialeinheiten zu sehen sind. Die Videos sollen auf den Straßen der südwestlichen Region aufgenommen worden sein, ihre Echtheit konnte aber so noch nicht bestätigt werden. Die iranischen Behörden haben das Ausmaß der Proteste, die in verschiedenen öl-reichen Regionen und Städten stattfinden, heruntergespielt. Videos der Demonstrationen zeigen wie Menschen Reifen in Brand setzen, um Straßen zu blockieren.

Die akute Wasserknappheit hatte bereits verheerende Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Viehzucht im Land. Zusammen mit den Stromausfällen führte das bereits Anfang des Monats zu Protesten.

Von Seiten der Regierung wird betont, dass der ausbleibende Regen der Grund für die Situation ist. Dazu kommt der erhöhte Stromverbrauch durch die Klimaanlagen, die benutzt werden, um die Sommerhitze zu überstehen. Viele der Protestierenden sagen hingegen, dass Korruption und Missmanagement die Ursachen für die Situation sind.


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