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Donnerstag, Juli 25, 2024
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    Deutsche Bahn bleibt stur: Neue Arbeitskämpfe und Streiks ab Mittwoch angekündigt

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    Die GDL hat zu einer dritten Streik-Runde vom 1. bis zum 7. September aufgerufen. Dabei schlossen sich bereits beim letzten Streik wesentlich mehr Eisenbahner:innen dem Streik an. Der Druck auf das Management der Deutschen Bahn wächst, doch von Seiten der Politik und Medien wird härter gegen die Streikenden geschossen.

    Der Arbeitskampf, der aktuell ganz Deutschland in Atem hält, geht in die nächste Runde. Die Gewerkschaft der Lockführer (GDL) sieht im aktuellen Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn (DB) keine andere Möglichkeit als eine neue Streikrunde.

    Da die DB bisher noch immer kein Einlenken im Tarifkonflikt erkennen ließe, ruft die GDL bei der Deutschen Bahn erneut zum Arbeitskampf auf. Im Güterverkehr wird ab dem 1. September, 17 Uhr, und im Personenverkehr und der Infrastruktur ab 2. September, 2 Uhr gestreikt. Der Arbeitskampf soll planmäßig am 7. September um 2 Uhr enden.

    Forderungen der Gewerkschaft

    Die GDL fordert eine Erhöhung der Einkommen um 3,2 Prozent nach dem Vorbild des öffentlichen Dienstes, den Schutz der Betriebsrente, eine Corona-Prämie in Höhe von 600 Euro, die Verbesserung der Arbeitszeiten sowie Tarifverträge für die gesamte Infrastruktur, für Netz, Station, Service und die Werkstätten.

    Bei der Höhe des Gehaltszuschlags ist man sich mit der Bahn einig – wobei offen ist, wie lang die Laufzeit des Tarifvertrags sein soll. Die Bahn will die Lohnerhöhung nicht sofort auszahlen, sondern in zwei Stufen erhöhen: 1,5 Prozent bis zum 1. Januar 2022 und 1,7 Prozent bis zum 1. März 2023. Das bedeutet eine faktische Lohnsenkung, da die Inflation von bisher 4% das Lohnplus aufbrauchen wird. Grundsätzlich scheint auch die GDL zu einer solchen Reallohnsenkung bereit zu sein, will jedoch eine frühere Anhebung der Gehälter.

    Vor Kurzem hat die GDL Tarifverträge mit den Unternehmensgruppen Transdev, Netinera und Go-Ahead abgeschlossen. Die vereinbarten Konditionen – nämlich 1,4 Prozent Entgelterhöhung 2021 und 600 Euro Corona-Prämie, 1,8 Prozent Entgelterhöhung 2022 bei einer Laufzeit von 28 Monaten für alle Berufe im Eisenbahnsystem – fordert sie auch von der DB. Selbst wenn diese Forderung akzeptiert werden würde, hätten die Eisenbahner:innen netto weniger in der Tasche.

    Streikende Arbeiter:innen für Corona-Infektionen verantwortlich zu machen, ist absurd!

    Kritik von oben

    Große Teile der herrschenden Politik reagieren gereizt auf den Arbeitskampf. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach positionierte sich klar auf Seiten des DB-Konzerns und gegen die Streikenden: „Der Streik der Lokführer wird zu mehr Corona-Infektionen führen“ und weiter: Ein Tarifstreit „in dieser Form auf dem Rücken der gesunden Bevölkerung ist ziemlich rücksichtslos.“

    Auch der Linken-Chef Dietmar Bartsch schlägt in die selbe Kerbe: „Allein schon aus Pandemiegründen muss dieses Theater beendet werden.“ Er fordert ein Einschreiten Merkels, hält aber die GDL-Forderungen für angemessen.

    Die GDL lässt sich nicht beirren und hält am Arbeitskampf fest: „Die Eisenbahner haben Anerkennung und Wertschätzung verdient“, so der GDL-Bundesvorsitzende. „Statt weiterhin Steuergelder sinnlos zu verbrennen, sollte die DB auf die GDL zugehen und endlich in die Eisenbahner, in die Zukunft des Eisenbahnsystems und in die Klimaziele investieren. Die Fahrgäste werden es ihr danken.“

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