Millionen Menschen in den USA sind von Zwangsräumungen bedroht. Ein temporäres Verbot von Zwangsräumungen wurde gerade vom Obersten Gericht des Landes aufgehoben.

Schätzungen zufolge leben in den USA 15 Millionen Menschen in 6,5 Millionen Haushalten, die mit ihren Mietzahlungen im Rückstand sind. Dies entspricht etwa jeder sechsten Mieter:in.

Einem Großteil dieser Menschen drohen nun Zwangsräumungen, weil ein im Zuge der Corona-Pandemie vom Präsidenten erlassenes Verbot von Zwangsräumungen ausgelaufen ist.

Die lokalen Zentren für Seuchenbekämpfung (CDC) hatten zwar versucht, Anfang des Monats eine ähnliche Regelung in Kraft zu setzen, am 25. August hat jedoch das oberste Gericht der USA geurteilt, dass sie dazu gar nicht befugt seien und die Regelung somit ungültig sei.

Nach Angaben des US-Zensusbüros sind etwa 3,5 Millionen Menschen unmittelbar von Zwangsräumungen in den nächsten zwei Monaten bedroht.

Unterdessen verhindern bürokratische Hürden die Auszahlung von staatlichen Hilfen für Mietzahlungen in Milliardenhöhe. Von 46,5 Milliarden Dollar, die spezifisch für die Unterstützung von Mieter:innen im Zahlungsrückstand vorgesehen waren, waren bis Juli lediglich 5,2 Milliarden Dollar genutzt worden, eine halbe Milliarde Dollar entfiel dabei auf „Verwaltungskosten“.

Neben Lohnausfällen durch die Wirtschaftskrise dürften die allgemein massiv steigenden Lebenshaltungskosten mitverantwortlich für diese Entwicklung sein. Die durchschnittlichen Mieten sind dabei mit 8% zwischen Juni 2020 und Juni 2021 besonders heftig gestiegen.


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