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Donnerstag, Juli 25, 2024
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    Syrien und Irak: Schlimmste Dürre seit Jahrzehnten hält weiter an

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    Die Wasserstände an den großen Flüssen Euhprat und Tigris sind auf einem historisch niedrigen Stand. Die Flüsse sind die Lebensadern der Menschen in Syrien und dem Irak. Mit ihrem Wasser wird Strom erzeugt, werden Felder bewässert, und sie dienen als Trinkwasser. Das alles steht nun auf der Kippe.

    In Syrien und dem Irak hält die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten weiter an. Die Flüsse Euphrat und Tigris entspringen in der Türkei und fließen weiter durch Syrien und den Irak. Dort münden beide in den Persischen Golf.

    Durch die Klimakrise wird es seit den 70er Jahren immer trockener. Besonders in den Jahren 2003-2009 ging der Wasserstand in den beiden Flüssen stärker zurück als sonst irgendwo. Aber nicht nur die Klimakrise macht es den Menschen in Syrien und dem Irak schwer. Die Türkei hat im Rahmen des Südostanatolien-Projekts einige neue Staudämme an den Ursprüngen der Flüsse bauen lassen. Das sorgt für zusätzlichen Wassermangel und wird von der Türkei als Kriegsmittel genutzt.

    Türkei und Syrien: Wasserentzug als kriegerisches Mittel

    Ungefähr 60 Millionen Menschenleben hängen von den beiden Flüssen ab. Dort liegen zudem zwei wichtige Standorte für die Stromerzeugung, die Tischrin-Talsperre und der Tabqa-Staudamm, beide liegen in Syrien. Mit den beiden Standorten werden normalerweise jeweils 600 und 820 Megawatt Strom produziert. Aktuell kann aber aufgrund der niedrigen Pegelstände fast gar kein Strom mehr erzeugt werden.

    Auch die Landwirtschaft und Viehzucht werden massiv bedroht, rund 400 Quadratkilometer landwirtschaftliche Nutzfläche können zur Zeit nicht ausreichend bewässert werden. Durch die niedrigen Wasserstände kommt es auch zu Trinkwassermangel und Verunreinigungen, was zu einer erhöhten Zahl an Infektionen führt.

    Ein syrischer Bauer sagt: „Unser größtes Problem ist Wasser. Menschen, Tiere und Land – wir alle sind zum Leben auf Wasser angewiesen“. In den Erträgen der Landwirtschaft kam es schon letztes Jahr zu Einbußen, und dieses Jahr sieht es nicht besser aus. Syrien hat bereits mit dem Bürgerkrieg, der Pandemie und einer Wirtschafts- und Hungerkrise zu kämpfen, die Klimakrise kommt nun noch dazu.

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