Wegen einer einzigen Corona-Infektion unter den Arbeiter:innen von dem Hafen von Ningbo wurde in China ein weiterer Großhafen teilweise gesperrt. Die Sperrung droht die dritte immense Störung der Handelsschifffahrt auszulösen.

Seit Mittwoch wird in dem Hafen von Ningbo im Terminal Meishan nichts beladen und nichts mehr entladen. Das löst weitere Sorgen um die bereits angespannten internationalen Produktionsketten aus. Der Hafen ist der zweitgrößte Chinas, dort wird doppelt so viel umgeschlagen wie im Hamburger Hafen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden dort fast 18,7 Standard-Container umgeschlagen. Nur der Hafen in Shanghai ist noch größer. Schon jetzt warten mehr als 28 Containerschiffe vor dem Hafen von Ningbo.

Diese Störung ist die bereits dritte Unterbrechung der internationalen Produktionsketten in wenigen Monaten. Zuletzt musste der Hafen von Yantian wegen einer Infektion geschlossen werden.

China: Hafensperrung beeinträchtigt weltweite Lieferketten

In Yantian wurde der Betrieb aber nur zur Hälfte herunter gefahren, im Hafen von Ningbo hingegen wurde nun der ganze Betrieb gestoppt.

Dies führt zu Rohstoffknappheit – unter anderem in Deutschland, wo viele Unternehmen über Engpässe klagen: die Lager werden immer leerer, die Preise schießen in die Höhe. Die Krise bei den Lieferketten verschärft sich damit weiter und droht eine konjunkturelle Erholung in Deutschland auszubremsen.

Weltweite Lieferengpässe: Leere Regale und steigende Preise


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