Seit 2019 wirbt Amazon damit, in neuste Technologien zur CO2-Neutralisierung zu investieren. Gleichzeitig wirft der Konzern noch immer Neuwaren weg, um seinen Profit zu maximieren. – Ein Kommentar von Ruby Pfeifer.

Eine LKW-Ladung – So viele intakte Waren werden mindestens pro Woche bei Amazon vernichtet. Allein am Standort Winsen in Deutschland. Das geschieht trotz des 2020 in Kraft getretenen „Obhutsgesetz“, das das Wegwerfen neuer Waren verhindern soll.

Dass es sich dabei nicht um Zufall, sondern um ein System handelt, ist offensichtlich. Es bestehen sogar so genannte „Destroy-Stationen“, in denen die Waren vernichtet werden.

Das Obhutsgesetz, verbietet zwar offiziell die Vernichtung von Neuwaren, doch bis jetzt sind keinerlei konkrete Konsequenzen bei Verstößen beschlossen worden.

Während Amazon auf der einen Seite mit neuen Klimazielen wirbt und zur Umweltbewusstheit aufruft, überlegt sich der Großkonzern auf der anderen Seite bereits, wie das Gesetz weiter umgangen werden kann.

So sollen bereits Neuwaren mit Scheren zerstückelt worden sein, bevor sie vernichtet wurden, sodass diese nicht mehr als „neu“ betitelt werden können.

Wie viele der Neuwaren monatlich auf den „Destroy-Stations“ landen, gibt Amazon nicht preis.

Dass Neuwaren regelmäßig vernichtet werden, begründet Amazon mit den typisch kapitalistischen Verhältnissen. Die Ware längerfristig zu lagern, ist teurer, als diese zu zerstören. So kann Amazon seine Produkte weiterhin zu einem konkurrenzlos billigen Preis verkaufen und neuste Waren anbieten.

Dass der Großkonzern lieber Neuwaren wegwirft und so die Umwelt unnötig zusätzlich belastet, zeigt wieder einmal, dass es bei Amazon nur um eine Sache geht: den Profit zu maximieren. Die Ausbeutung der Beschäftigten aber auch die der Umwelt wird dabei jederzeit in Kauf genommen.


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